Schleper gewinnt Slalom-Finale

16. März 2005, 16:00
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Erster Weltcup-Sieg für die Amerikanerin vor Kostelic und Hosp - Entscheidung im Gesamt-Weltcup vertagt

Lenzerheide/Schweiz - Der letzte Damen-Slalom der Weltcup-Saison 2004/2005 hat am Samstag in Lenzerheide mit der US-Amerikanerin Sarah Schleper eine Premierensiegerin gesehen, aber auch die beiden anderen Podestfahrerinnen hatten allen Grund zur Freude. Janica Kostelic machte als Zweite (+0,34 Sek.) den Gesamtweltcup vor dem abschließenden Riesentorlauf am Sonntag (10.00/12.30 Uhr) zu einem Herzschlagfinale, die Kroatin verringerte den Rückstand auf die Schwedin Anja Pärson, nur Tageszehnte, auf 35 Punkte. Und Nicole Hosp stand als Dritte (+0,90 Sek.) zum ersten Mal in dieser Saison auf dem Slalom-Stockerl.

Enttäuschung für Schild

Neben Pärson hat es am Samstag aber auch eine andere Verliererin gegeben. Die 23-jährige Marlies Schild, am Freitag Sensationszweite im Super G, schied im ersten Durchgang aus und verlor den zweiten Platz hinter der bereits als Slalomweltcupsiegerin feststehenden Finnin Tanja Poutiainen, am Samstag Ex-aequo-Vierte mit der Deutschen Martina Ertl. "Schade, aber im Slalom passiert ein Ausfall schnell. Da kann man nichts machen", meinte die zweifache Saisonsiegerin Schild zum Rückfall im Slalom-Weltcup auf Rang drei. "Aber es ist ärgerlich, wenn man einen dummen Fehler, den man schon so oft gemacht hat, wieder macht. Es war sehr glatt, ich bin zu viel Innenlage gefahren."

Ganz anders Nicole Hosp, zur Halbzeit nach einem schweren Fehler Fünfte. War im ersten Lauf auf der vereisten Beltrametti-Piste vor allem der Schlussteil das Kriterium - Hosp hatte zwei Zwischenbestzeiten und patzte wie viele andere im Finish -, so war im zweiten, von Janica-Papa Ante Kostelic eckig gesteckten Kurs, unten noch einiges rauszuholen. "Ein super Abschluss, ich wollte einfach gut ins Skifahren kommen", sagte Hosp nach dem Finallauf. "Im ersten habe ich einen blöden Fehler gemacht, aber passt schon", war sie zufrieden. Es war nach zwei vierten Slalom-Plätzen ihr erst zweiter Weltcup-Podestrang des von Stürzen und Verletzungen geprägten Winters nach Rang zwei im Aare-Riesentorlauf.

Zuversichtliche Hosp

Für die nächste Saison hat sich die 21-jährige Bichlbacherin auch wieder die schnellen Disziplinen vorgenommen. "Wenn ich fit bin, dann gehe ich drauf los, dass ich es kann, habe ich in der Kombinationsabfahrt gezeigt." Die Leistung vom Samstag stimmt sie auch für Sonntag zuversichtlich: "Wenn ich im Riesentorlauf meine Trainingsleistung umsetze, dann wird es sehr gut. Und das Ganze hier gilt ja schon für das nächste Jahr." Dass sie es kann, hat Hosp ja schon oft gezeigt. US-Girl Schleper, 26 Jahre und aus Vail, hat ihr Leistungspotenzial hingegen beim Saisonkehraus erstmals in acht Jahren Weltcup hundertprozentig abgerufen.

Mit Kathrin Zettel auf Platz neun schaffte es eine weitere ÖSV-Läuferin in die Top Ten, Sabine Egger wurde 15. Elisabeth Görgl verpasste als 19. Weltcuppunkte, die es beim Finale nur für die ersten 15 gibt. Die Steirerin haderte mit sich selbst: "Typisch für die ganze Saison, ich war im Slalom zu unkonstant."

Herzschlagfinale im Gesamtweltcup

Während bei den Herren Bode Miller am Samstag alles klar machte, wurde die Entscheidung um die große Kristallkugel bei den Damen auf das letzte Rennen vertagt. Im Riesentorlauf spricht aber viel für Pärson, die in dieser Saison einen Sieg, zwei zweite und einen dritten Platz auf dem Konto und sich - allerdings in Abwesenheit der erkrankten Kroatin - vor einem Monat in Santa Caterina auch den WM-Titel geholt hat. Kostelic hingegen kam als Dritte nur einmal auf das Podest.

Pärson kann sich am Sonntag nicht nur den Gesamtweltcup, sondern auch die kleine Kugel für die Disziplinwertung holen. Sie führt mit 410 Punkten vor Poutiainen (381) und der Slowenin Tina Maze (344). (APA)

  • Sarah Schlepper feierte einen historischen Sieg für das US-Damenteam.
    foto:reutes/rellandini

    Sarah Schlepper feierte einen historischen Sieg für das US-Damenteam.

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