Was es mit Hexenzauber auf sich hat

15. März 2005, 11:35
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Die Bedeutung des Hexagramms liegt in der Sechs und im Sex

Das Symbol für den Hexenzauber verkörpert sich nach Barbara Walker am häufigsten im sogenannten "magischen Knoten", der aus vier in einander verschlungenen Fischblasen besteht. Diese versinnbildlichen die vier Himmelsrichtungen unter der "Kontrolle der Frauen", in Beziehung zur Kraft und Macht der Yoni, aus der alles entsteht. Verständlich wird diese Assoziation mit der im Mittelalter vorherrschenden Vorstellung, Hexen könnten Naturereignisse lenken und wären somit "Wettermacherinnen", "Kindstöterinnen" etc...

Hexagramm

Der gewünschte Zauber sollte durch verschiedene Knoten in Fäden, Stoffen und im Haar bewirkt werden. Ein speziell verschlungenes Muster hätte bestimmte Veränderungen erzeugt. In diesem Sinne ist vor allem der Liebeszauber bekannt: Leidenschaften sollten gebunden oder gelöst werden, "je nachdem wie das verschlungene Muster behandelt wurde". (B. Walker) Im Mittelalter diente speziell das magische Hexagramm der Abwehr von "bösen Geistern". Die dichte Verflechtung (Dichtmachen) sollte ihr Durchlassen verhindern.

Das Hexagramm besteht aus zwei ineinander gehakten Dreiecken. Da das nach unten weisende Dreieck das weibliche Urbild der Yoni-Yantra symbolisierte und das nach oben schauende für den Mann stand und den Lingam verkörperte, ist es laut Barbara Walker auch das Symbol der sexuellen Vereinigung - wie im tantrischen Hinduismus.

Sechs - Hex - Sex

In diesem Zusammenhang erhält auch die hervorstechende Präsenz der Zahl Sechs in der Hexenkunst eine sinnige Bedeutung: sie wird bereits anhand des Hexagramms und des Begriffs "Hexe" sichtbar: im Griechischen heißt sechs "hex", im Lateinischen "sex" und im Ägyptischen heißt "sexen" umarmen, begatten. So könnte gesagt werden, dass Hexen die Sechs machen, was auch daran sichtbar wird, als alle Hexenzeichen sechseckige Formen aufweisen. Faktum ist, dass die sechshafte Symbolik auf den uralten Kult des hieros gamos (Heilige Hochzeit) der Königin mit dem Heros-Gemahl zurückgeht. Dies erklärt auch, warum die Kirche die Sechs als Zahl der Sünde und des Satans ausgibt.

Als Davidstern und Emblem des jüdischen Glaubens wurde das Hexagramm erst im 17. Jahrhundert übernommen. (dabu)

Barbara Walker:
Die geheimen Symbole der Frauen
München (Sphinx) 1987
Dies.: Das geheime Wissen der Frauen
Frankfurt/Main (dtv) 1993
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