Downloads, Communities und das Musikbusiness

11. April 2005, 10:55
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In Online-Foren und Communities werden die Stars von morgen geschaffen - Internet ermöglicht "Mundpropaganda mit dem Megaphone", Radio und TV verlieren an Einfluss

Wird das Internet in Zusammenhang mit der Musikindustrie erwähnt, so geht es meistens um illegale Downloads. Zwar ist die Anzahl der legalen Downloads im Jahr 2004 auf immerhin 19.2 Millionen gestiegen, dennoch ist das verschwindend gering im Vergleich zu den 19 Milliarden P2P-Transaktionen, die laut USA Today seit Mitte 2003 stattgefunden haben.

Online Foren und Communities

Der Einfluss des Internets auf den Musikmarkt beschränkt sich aber nicht nur auf Downloads, egal ob legaler oder illegaler Natur. Vor allem Online Foren und Communities haben das Potential, unbekannte Künstler zu Stars hochzujubeln.

"Wir sehen es oft, dass Künstler von Online-Communities unterstützt und dann erst im klassischen Musikbusiness begeistert angenommen werden", sagt Eric Garland, Chef des Marktforschungsunternehmen Big Champagne Media Measurement, das sich auf P2P-Technologien spezialisiert hat. Big Champagne erstellt zudem auch eine Hitparade der beliebtesten P2P-Downloads.

Wie ein Megaphone

"Nichts funktioniert besser als Mundpropaganda und das Internet ist dabei ein großes Megaphone. Statt nur mit einigen Freunden zu reden, gibt es im Internet unzählige Gemeinschaften mit den gleichen Interessen und (Musik-)geschmäckern", ist Garland vom Potential des Netzes überzeugt.

Stars

Das Radio, Fernesehen und allen voran MTV verliert demnach an Einfluss, da die Fans sich selber ihre Stars aussuchen.

Seiten wie Xanga.com oder Down-South.com drehen es sich um Musik, zahlreiche noch unbekannte Bands bieten auf Purevolume.com ihre Musik zum Download an.

AbsolutePunk.net verzeichnet täglich bereits 6 Millionen Hits, selbst Major Labels attestieren der Websites den Einfluss eine Band "zu machen".

In Österreich

In Österreich haben die "Ö3 Austria Top 40" Charts wie berichtet mittlerweile auf das Internet reagiert, zusätzlich zu den Single-Verkäufen auch zählen nun auch die (legalen) Musikdownloads.

Allerdings unterscheiden sich in Österreich die Vorlieben der Song-Käufer im Internet nicht wesentlich von denjenigen Musikliebhabern, die ihre Singles auf herkömmliche Weise im Geschäft erwerben, der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) und der Chart-Ermittler media control austria mit. Auch eine eigene Online-Hitparade wird es daher nicht geben.(kk)

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    bild: hersteller
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