Ankerbrot schreibt wieder schwarze Zahlen

21. März 2005, 13:33
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Erstmals seit neun Jahren schaffte die Großbäckerei ein positives Ergebnis - "Zwei Drittel der Sanierungsstrecke" geschafft

Wien - Die Wiener Großbäckerei Ankerbrot, die seit Juni 2003 über die Salos Beteiligungsverwaltungs GmbH dem deutschen Industriellen Klaus Ostendorf gehört, hat das abgelaufene Geschäftsjahr 2004 erstmals seit 1995 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das Betriebsergebnis (EBIT) drehte von minus 6,4 Mio. Euro auf plus 787.000 Euro, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Für 2005 ist ein Umsatzplus, eine weitere Verbesserung beim operativen Ergebnis und die Eröffnung von 10 Filialen geplant.

Umsatz ging zurück

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) verbesserte sich im Vorjahr von minus 7,7 Mio. Euro auf plus 585.000 Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich von 716.000 Euro auf 6,6 Mio. Euro. Der Umsatz ging allerdings auf Grund der Restrukturierungsmaßnahmen, die eine Konzentration auf Ostösterreich und die Schließung einiger Filialen vorsahen, von 128,3 auf 116,4 Mio. Euro zurück. Künftig soll der Umsatz aber wieder steigen.

Damit sei der operative Turnaround bereits 2004, und nicht erst wie ursprünglich erwartet 2005 erreicht worden, bemerkte Ankerbrot-Vorstand Peter Ostendorf und Sohn von Klaus Ostendorf. Ankerbrot habe "massiv in die Qualität der Produkte und in die Marke investiert". Auch die Neuausrichtung des Sortiments mit Sonderangeboten und die Modernisierung einiger Filialen sei von den Kunden gut aufgenommen worden.

Investitionen geplant

Bis Ende 2006 plant Ankerbrot Investitionen in Höhe von fünf bis zehn Mio. Euro. Heuer sollen 10 Filialen eröffnet werden, Ankerbrot wolle dabei auch "bei den großen Stadterweiterungsprojekten und dem U-Bahn-Ausbau mit dabei sein". Aktuell betreut die Kette 180 Filialen, nach 182 Ende 2003. Im Lebensmitteleinzelhandel soll der Umstieg auf den bereits bei den Filialen erfolgreich eingesetzten neuen Markenauftritt "Anker frisch" für eine "deutliche Belebung" des Geschäfts sorgen. Der Umsatz verteilt sich derzeit zu gleichen Teilen auf den Lebensmittelhandel und die eigene Filialen.

Parallel dazu soll das Kostensenkungsprogramm fortgeführt werden. Im Herbst 2004 wurde die Produktionsfläche in Wien-Favoriten von 70.000 auf rund 30.000 Quadratmeter im Sinne einer effizienteren Produktion gebündelt. Ende 2004 wurde auch die Ankerbrot-eigene Mühle aufgelassen. Seither kauft der Wiener Traditionsbäcker ausschließlich Mehl aus heimischer Ernte. Auch Logistik und Touren wurden optimiert. Anker habe damit "zwei Drittel der Sanierungsstrecke erfolgreich zurückgelegt", bemerkte Ankerbrot-Finanzvorstand Bernhard Chwatal. Das "restliche Drittel" soll im laufenden Geschäftsjahr erreicht werden.

Nach erfolgter Sanierung Ende 2005 läuft das Vorstandsmandat von Chwatal vereinbarungsgemäß aus. Das Unternehmen soll dann künftig allein von der Familie Ostendorf geführt werden. Im September 2005 wird die letzte Rate der 40-prozentigen Ausgleichsquote im Rahmen des im Februar 2004 aufgehobenen Ausgleichsverfahrens plangemäß bezahlt. Ende 2004 waren bei Ankerbrot 1.760 Mitarbeiter beschäftigt, nach 1.830 Ende 2003. (APA)

  • Ankerbrot schreibt wieder Gewinne in die Bilanz
    foto: derstandard.at/lewkowicz

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