Julius Meinl verbucht 2004 Umsatzrückgang

21. März 2005, 13:33
1 Posting

Kaffee wird um bis zu 2 Euro/kg teurer - Julius Meinl Industrieholding setzt Expansion in Osteuropa fort

Wien - Das österreichische Traditionsunternehmen Julius Meinl hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 am heimischen Kaffeemarkt einen Umsatzrückgang von sieben Prozent hinnehmen müssen.

In der Gruppe konnte der Umsatz hingegen auf Grund des guten internationalen Geschäfts um fünf Prozent auf 76 Mio. Euro gesteigert werden. Meinl setzt daher auch künftig auf Expansion in Osteuropa.

Für Österreich rechne das Unternehmen heuer mit zwei Kaffeepreiserhöhungen von bis zu je 1 Euro pro Kilogramm, erklärte Finanzchef Stephan Visy Donnerstagabend bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Firmen-Vorstand Marcel Löffler in Wien.

Umsatzrückgang beträgt rund 7 Prozent

Die Julius Meinl Industrieholding (JMI) mit 300 Mitarbeitern erlitt am heimischen Kaffee-Markt im Geschäftsjahr 2004 wegen des starken Preisverfalls trotz höherer Absätze (plus 8 Prozent im Vergleich zu 2003) einen Umsatzrückgang von sieben Prozent. Der Gesamtumsatz stieg trotzdem um fünf Prozent von 73 auf 76 Mio. Euro. Damit verfehlte das Unternehmen das für 2004 angepeilte Umsatzziel (77 Mio. Euro) um eine Million. Der Cash-Flow kletterte um sieben Prozent auf knapp 12 (2003: 11) Mio. Euro, "das sind 16 Prozent vom Umsatz", so Visy.

Nach einem jahrelangen Preisverfall schnellen die Rohkaffeepreise inzwischen in die Höhe und bringen auch in Österreich demnächst kräftige Verteuerungen mit sich. "Eine zweite Preiserhöhung, neben der bereits für Ostern angekündigten Verteuerung, würde mich nicht überraschen", sagte Visy. Um die Kunden nicht zu überfordern, würden die Preise wahrscheinlich in zwei Etappen angehoben. Die zweite Steigerung könnte seiner Meinung nach noch vor dem Sommer kommen, wobei mit Erhöhungen von je 70 Cent bis zu 1 Euro pro Kilogramm zu rechnen sei, so Visy. Der Grund für die Verteuerung seien die steigenden Preise für Rohkaffee an den internationalen Börsen.

Für 2005 gibt sich das Unternehmen optimistisch

Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich der Finanzchef trotzdem optimistisch. "Es wird ein Umsatzanstieg um drei Prozent auf rund 78 Mio. Euro angestrebt." Trotz des Umsatzrückgangs habe das Unternehmen 2004 seine "Marktführerschaft mit einem 25-prozentigen Anteil in der heimischen Gastronomie weiter ausgebaut". Im österreichischen Handel halte Meinl Kaffee einen Anteil von 11 Prozent, erklärte Löffler.

Weitere Expansion in CEE angestrebt

International setze Meinl weiter auf seine "erfolgreiche Expansion in Osteuropa und Italien". Innerhalb von drei Jahren sei der Umsatz in Italien mehr als verdoppelt worden und betrage mittlerweile mehr als ein Drittel des gesamten Konzernumsatzes. "Nicht verwunderlich, dass dort die Röstereien aus allen Nähten platzen", so Löffler. Zur Abhilfe sei daher eine neue Rösterei, in der vier Betriebe (drei in Italien und einen in Slowenien) zusammengelegt werden, im italienischen Vicenza errichtet worden. Sie soll zu Ostern den Betrieb aufnehmen.

Bei seinen Auslandaktivitäten konzentriere sich das Unternehmen vorwiegend auf den Gastronomie-Bereich. Neben Italien und der Slowakei, wo sich Meinl bereits erfolgreich etabliert habe, zählen Rumänien, Serbien, Russland, Deutschland und die USA zu den künftigen Schwerpunkten, so Löffler.

Neben seiner "Wachstumsstrategie" präsentierte das Traditionsunternehmen Donnerstagabend im Semper Depot auch seinen "Design-Relaunch", kreiert vom Bozner Stararchitekten und Designer Matteo Thun. Mit einem "dynamischen Mohrenlogo" und neuem Tassendesign wolle Meinl "Traditionelles und Zeitgemäßes verbinden". Das Geheimnis des neuen "Mohren" ist übrigens, dass sein Kopf leicht angehoben wurde und er nicht mehr so "traurig" nach unten blickt. Die alte Haltung stammte vom früheren Logo, als er noch eine Tasse in der Hand hielt, wie Löffler erläuterte. (APA)

  • Julius Meinl verbucht 2004 Umsatzrückgang - Expansion in Osteuropa wird fortgesetzt
    foto: online/derstandard.at / moser

    Julius Meinl verbucht 2004 Umsatzrückgang - Expansion in Osteuropa wird fortgesetzt

Share if you care.