Berufstrends der Zukunft

23. März 2006, 13:11
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Nicht nur eigene Interessen beeinflussen die Wahl des Berufes, auch die Trends am Arbeitsmarkt sind ein Entscheidungsfaktor

Evelyn besucht die letzte Klasse der HAK Oberwart und hat relativ genaue Vorstellungen, was ihre berufliche Karriere betrifft. Sie möchte nach der Matura eine Ausbildung als Physiotherapeutin beginnen. ExpertInnen sprechen ihr am Arbeitsmarkt gute Chancen in diesem Bereich aus, Gesundheits- und Pflegeberufe liegen "im Trend". Ob sie nach der abgeschlossenen dreijährigen Ausbildung auch tatsächlich einen Arbeitsplatz finden wird, kann Evelyn niemand garantieren.

Keine verlässlichen Prognosen

"Eine dauerhafte Aussage zu den Chancen der einzelnen Berufe können natürlich auch Arbeitsmarktexperten nicht treffen", gibt Friedrich Mooshammer, zuständig für Berufsinformation und Qualitätsforschung beim AMS zu. "Wir können nur die großen Trends feststellen und darauf reagieren." Bei diesen "Megatrends" handelt es sich vor allem um internationale Entwicklungen, an denen sich der Arbeitsmarkt orientiert. "So beeinflusst die viel zitierte "Globalisierung" das Profil einzelner Berufe und Berufssparten genauso stark wie die zunehmende Bedeutung neuer Medien und Technologien oder die demografischen Veränderungen in der Bevölkerung."

Als Branchen, in denen sich vor allem in der letzten Zeit etliche "neue Berufe" etablierten, nennt Mooshammer den Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie, die Medienbranche und den Bereich Wirtschaft und Recht. Nachfolgend eine kurze Aufstellung der wichtigsten Trends (Quelle: AMS/BIQ):

Gastgewerbe und Tourismus:
Dem Gastgewerbe wird prognostiziert, dass vor allem Gesundheits- und Sporturlaube zunehmen werden. "Trendberufe", die sich aus dieser Entwicklung beispielsweise ergeben könnten:

  • FreizeitberaterIn
  • ErlebnisgastronomIn
  • TourismusmanagerIn
  • TagungsveranstalterIn

    Werbung und Handel:
    Durch neue Medien entstehen auch verstärkt neue Werbeformen. E-Business und E-Commerce kommt immer höhere Bedeutung zu, neue Marktplätze (Online-Shops etc.) bedingen veränderte Betriebsstrukturen. Berufe, die sich daraus ergeben:

  • Callcenter MitarbeiterIn
  • Creative Director
  • VertriebsmanagerIn E-Commerce

    Wirtschaft und Recht:
    Neben den klassischen juristischen Berufen könnten sich nach Ansicht der ExpertInnen auch folgende Berufsbilder etablieren:

  • Change ManagerIn
  • Europa-ManagerIn
  • GründungsberaterIn

    Soziales
    Der steigende Anteil der älteren Bevölkerung verleiht der sozialen Branche eine höhere Bedeutung. "Neue" Berufe der Sozialbranche:

  • SozialmanagerIn
  • AltenfachbetreierIn
  • Lebens- und SozialberaterIn

    Unterricht und Bildung
    Wer "lebenslang Lernen" soll, muss auch die nötigen Ausbildungsangebote vorfinden. In Zukunft werden also PädagogInnen verstärkt in der Erwachsenenbildung tätig sein.

  • Berufs- und BildungsberaterIn
  • Coach
  • EDV-TrainerIn

    Kunst und Kultur
    "Spaßkultur", zahlreiche Kooperationen mit der Wirtschaft und Infotainment - die "unterhaltsame Vermittlung" von Informationen - nehmen zu, nachgefragt werden demzufolge laut ExpertInnen Event-ManagerInnen, Kunst-ManagerInnen oder Industrial DesignerInnen.

    Medien
    "Multimedia" ist in diesem Bereich das Schlagwort. Informationen werden nicht mehr rein über klassische Medien wie TV oder Zeitung bezogen. Das Internet bietet neue Arten der Informationsbeschaffung. Berufe:

  • InformationsdesignerIn
  • Online-RedakteurIn
  • Content-ManagerIn

    Informations- und Kommunikationstechnologie
    Das AMS sieht in dieser Branche die Tendenz hin zu:

  • NetzwerktechnikerInnen
  • Datenbank-EntwicklerInnen
  • DatensicherheitsexpertInnen
  • Software-EntwicklerIn

    Dass nicht zu jedem dieser postulierten "neuen" Berufe auch eine geradlinige Ausbildungsstruktur existiert, ist auch ein "Trend". "Eindeutige Berufsbildstrukturen sind am heutigen Arbeitsmarkt immer schwieriger zu identifizieren", so Mooshammer, der die allgemeinen Anforderungen beruflicher Zukunft so zusammenfasst: "Wichtig ist es, flexibel zu bleiben und sich darauf einzustellen, dass lebenslanges Lernen unvermeidbar ist." Dieser "Trend" hat sich bei den Jugendlichen allerdings schon längst herumgesprochen.

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      Vor der Berufsauswahl sollte man die veschiedenen Möglichkeiten genau sondieren.

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