Generationswechsel bei Prozessoren für den PC - "Als würde man in ein Auto mehrere Motoren einbauen"

11. April 2005, 10:36
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Chips mit doppeltem Prozessorkern - Intel im Wettbewerb mit AMD und dem "Cell Chip"

Bei Prozessoren für den Personalcomputer steht ein Generationswechsel an. Die Zukunft gehöre den Chips mit mehrfachen Prozessorkernen, sagte der Intel-Vizepräsident Anand Chandrasekher auf der CeBIT in Hannover. Das kalifornische Unternehmen erwartet, dass bereits Ende nächsten Jahres 70 Prozent der für Desktop-Computer und Notebooks hergestellten Prozessoren einen doppelten Kern haben werden - in der Fachsprache als "Dual Core" bezeichnet. Bei Servern, also Zentralrechnern für Firmennetze, soll dieser Anteil 85 Prozent erreichen.

Auf gleicher Fläche zwei Prozessoren

Äußerlich unterscheidet sich der Doppelkernprozessor nicht von den bisherigen PC-Prozessoren. Auf gleicher Fläche sind aber zwei Prozessoren untergebracht, die Anweisungen des Betriebssystems parallel abarbeiten können. "Das ist etwa so, als würde man in ein Auto mehrere Motoren einbauen", erklärt Intel. Zielgruppe sind Privatanwender mit einer Vorliebe für Computerspiele und Multimedia, aber auch die Nutzer von wissenschaftlichen Anwendungen oder Programmen für das dreidimensionale Produktdesign.

"Multi-Threading"

Damit verabschiedet sich der Marktführer zumindest vorerst von seiner Linie, die Taktrate - also die Geschwindigkeit - der Prozessoren immer höher zu treiben. Der bisher schnellste Prozessor hat eine Taktrate von 3,8 Gigahertz. Der erste Doppelkernprozessor, der für dieses Jahr angekündigte Pentium D, bleibt unter diesem Leistungswert, erreicht aber durch die parallele Abarbeitung von Befehlen, das so genannte "Multi-Threading", insgesamt eine höhere Leistung. Auch der Intel-Konkurrent AMD setzt auf die neue Technik und hat einen "Dual-Core AMD Athlon 64" angekündigt. Außerdem entwickeln IBM, Toshiba und Sony einen "Cell Chip", der ebenfalls mehrere Prozessorkerne enthält und im "Home Entertainment" eingesetzt werden soll.

Zur Förderung des Geschäfts mit digitaler Unterhaltung unterzeichnete Intel eine Vereinbarung mit T-Online. Ziel ist die Nutzung einer "neuen Generation von Endgeräten für das Wohnzimmer", die auf der Grundlage von Intel-Techniken möglichst einfach miteinander vernetzt werden sollen. Intel-Manager Chandrasekher sagte, bis 2008 werde sich der weltweite Umsatz mit Online-Unterhaltung auf mehr als elf Mrd. Dollar mehr vervielfachen. (apa)

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