Georg Ringsgwandl nun offiziell "reif und bekloppt"

16. März 2005, 21:34
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Die Jury des Kabarettpreises Prix Pantheon 2005: Der Bayer steht "aufrecht auf dem doppelten Boden der Moral"

Bonn - Der bayrische Musiker und Kabarettist Georg Ringsgwandl (56) erhält den Bonner Kabarettpreis Prix Pantheon 2005. Die Jury würdige mit Ringswandl eine "Kultfigur" mit inhaltlichem Tiefgang und einen Musik-Kabarettisten, "der sich einen Teufel um die gerade herrschenden Moden schert", teilte das Kleinkunsttheater Pantheon am Donnerstag in Bonn mit. Der Satirepreis gilt als einer der angesehensten Kleinkunst- und Comedyauszeichnungen im deutschsprachigen Raum.

"Wurschtiger Witz"

Ringsgwandl stehe "aufrecht auf dem doppelten Boden der Moral", hieß es in der Jury-Laudatio. In seinen Liedern beschreibe er die verzweifelt kämpfende Kreatur, mit erbarmungsloser Freude am entlarvenden Detail. In Bayern werde er für seinen "wurschtigen Witz" geschätzt, in anderen Landstrichen gelte er als "schrill und abgefahren". Mit weißblonder Perücke und seltsamen Hutkreationen erscheine er wie ein Besucher von einem anderen Stern. "Doch weit gefehlt: hier steht einer, der die ganz normale Absurdität des Alltags kennt - ein Gegenentwurf zu all jenen, die ängstlich durchs Leben huschen."

"Reif und Bekloppt"

Ringsgwandl wird mit dem mit 4.000 Euro dotierten Pantheon-Sonderpreis "Reif und Bekloppt" ausgezeichnet. Im Vorjahr hatte der Komiker Helge Schneider die seit 1995 vergegebene Auszeichnung erhalten, mit der Künstler gewürdigt werden, die "seit langen Jahren sich selbst und ihrer Kunst treu geblieben" sind. Zu früheren Preisträgern zählen unter anderem die bayrischen Kabarettisten Gerhard Polt und Dieter Hildebrandt sowie TV-Entertainer Harald Schmidt.

Die Gewinner in zwei weiteren Kategorien des Prix Pantheon werden bei den "11. German Spass- und Satire-Open" ("Comedy- und Kabarett-Olympiade") im Pantheon vom 27. bis 28. April 2005 im direkten Wettstreit von Jury und Publikum ermittelt. Die Preisverleihung an Ringsgwandl erfolgt bei einer Gala am 26. April im Pantheon. (APA/dpa)

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    foto: standard/cremer

    Georg Ringsgwandl

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