"Evangelium": Frohe Botschaft des Heils für die gesamte Schöpfung

Redaktion, 9. März 2005, 18:41
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    foto: apa/epa

    Selbst Kirchenfenster - wie dieses aus dem englischen Stoke Lacy - können durchaus moderne Motive enthalten.

Kirchliche Institutionen und Nachhaltigkeit: Zusammenhang aufgrund ihrer moralischen Rolle ebenso wie durch ihre Funktion als Arbeitgeber

Religionen und Kirchen sind nicht nur aufgrund ihrer spirituellen und moralischen Kraft, sondern auch aufgrund ihrer Größe (als Arbeitgeber, Landbesitzer ...) wesentliche Akteure innerhalb von Gesellschaften. Als solche stellen kirchliche Institutionen und Netzwerke eine wichtige Quelle für gesellschaftliche Entwicklungen dar. Das es Schnittstellen zwischen der Lehre des Christentums und dem gesellschaftspolitischen Konzept von nachhaltiger Entwicklung gibt, ist im Wesentlichen unbestritten. Markus Vogt, im katholischen Kontext ein Vordenker in Sachen Umweltethik und Professor für Christliche Sozialethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule im traditionsreichen bayrischen Kloster Benediktbeuern, meint dazu:

Die Anerkennung des eigenen, weit über ihren unmittelbaren Nutzen hinausgehenden Wertes der Mitgeschöpfe ist eine notwendige Konsequenz des biblischen Schöpfungsglaubens. Das ist im Wesentlichen ein gemeinsames jüdisch-christliches und teilweise auch islamisches Erbe, das sich in der Grundausrichtung auch in den anderen Weltreligionen findet. Die Bibel ist "Evangelium", also frohe Botschaft des Heils, das alle Menschen und die gesamte Schöpfung einschließt. Diese Zusage des Heils und einer positiven Zukunft ist aber an Verantwortung für die Mitmenschen und Mitgeschöpfe gebunden! Deshalb besteht zwischen dem Prinzip der Nachhaltigkeit und christlicher Schöpfungsverantwortung ein wechselseitiges Ergänzungsverhältnis

Seit mehr als 20 Jahren befassen sich kirchliche Institutionen auch international mit dem Thema nachhaltige Entwicklung. Ein zentrales und globales Dach für die kirchlichen Aktivitäten zur Nachhaltigkeit ist der so genannte konziliare Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, der 1983 vom Ökumenischen Weltkirchenrat initiiert wurde. Eine gemeinsame Erklärung aller Religionen zur Nachhaltigkeit enthält die so genannte Earthcharter, die 1995 gestartet und die im Jahr 2002 mit Unterstützung der Kirchen als Aufruf zur Nachhaltigkeit in Johannesburg vorgetragen wurde.

Trotz einer Reihe von gemeinsamen und individuellen Grundsatzerklärungen und Selbstverpflichtungen kirchlicher Institutionen für nachhaltige Entwicklung ist zu bemerken, dass die Breite des Alltags auch in den Kirchen eher von einem hohen Maß an Natur- und Schöpfungsvergessenheit geprägt ist. Markus Vogt: "Trotz einzelner Menschen und Gruppen, die sich innerhalb der Kirchen seit langem in hervorragender Weise für Umweltschutz engagieren bleiben wir heute weit hinter dem zurück, was an umwelt- und sozialverträglichen Ansätzen bereits im Alten und Neuen Testament vorhanden ist. Es gibt viele Projekte und Akteure innerhalb der Kirchen, die sich im Sinne der nachhaltigen Entwicklung engagieren. Die große Herausforderung ist es, diese Kräfte, stärker zu bündeln.

Mit dem Ansatz der nachhaltigen Entwicklung könnten auch alte Traditionen mit neuem Leben erfüllt werden – zum Beispiel Erntedank, verstanden als Fest der Schöpfung. Man müsste in diesem Zusammenhang die Produktionsbedingungen stärker thematisieren, denn der starke Konnex zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren tritt hier deutlich hervor. Im vernetzten, ganzheitlichen Denken und Handeln liegt gleichzeitig ein großes, für die Kirche sehr wichtiges spirituelles Erneuerungspotenzial."

Ein Auszug jener kirchlichen und kirchennahen Initiativen und Netzwerke, die sich ganz konkret mit nachhaltiger Entwicklung befassen, kann im Monatsthema März "Kirchliche Institutionen und Nachhaltigkeit" auf Nachhaltigkeit.at nachgelesen werden. Kirchen haben vielfältige Möglichkeiten, mit ihrer globalen Verantwortung im Sinne nachhaltiger Entwicklung umzugehen. Dies kann nicht nur eine Chance für die Kirchen bieten, ihr soziales, wirtschaftliches und ökologisches Engagement auch innerhalb von nicht-kirchlichen Kreisen wirksam und positiv darzulegen. Sondern es bietet auch ganz allgemein der politischen Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung die Möglichkeit, an die zahlreichen Aktivitäten aus kirchlichen Kreisen anzuknüpfen und positive Synergien zu finden.

Die Herausforderungen und Chancen von kirchlichen und kirchennahen Institutionen bei der Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung sind Thema des Monats März 2005 im Internetportal

Logo: Nachhaltigkeit.at
Eine Initiative des Lebensministeriums



Die Autorin:

D.I.in Doris Schnepf ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am SERI

Direkt-Link zum Monatsthema 3/2005
(mit Text-Vollversion und weiterführenden Informationen)
Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 48
1 2
contra
00
12.3.2005, 19:00
"positive" synergie ?

das behindern der wissenschaften in allen bereichen kann nur "negative" synergie sein.
lari-fari ist eben schwer vermittelbar.

contra
00
15.3.2005, 22:09
p.s. : http://derstandard.at/?id=1722007

sollte der theologe aus bayern lesen und realisieren.
und dann nie mehr von "positiver" synergie reden.

Weana
00
13.3.2005, 16:16
Der Theologe in Bayern

spricht nur wirres Zeug. Es gibt auch keine positive oder negative Symbiose.
Deren Wahrheit ist nicht einmal auf Sand gebaut. Und welche Nachhaltigkeit könnten Lügen haben, und vor allem, wie lange noch ?

Weana
00
10.3.2005, 20:42
Schau, da ist ein Osterhasi.

....Nikolausi. Nein, nein, das ist ein Osterthasi ! ...... Nikolausi. Also fix laudon, das ist ein Osterhasi, ein Osterhasi !! ...... Nikolausi.
Nur beharrliche erreichen ihr Ziel.
Was aber den sogenannten Heilsbringern mit ihrer Blödmache nie gelingen möge !

H2SO4
00
10.3.2005, 12:12
Wann begreifen die Autoren denn

.. dass solche schwülstige Worte theologisch aufgeblasen zum nichtverstehen die Menschen abstösst und nicht anzieht.
Wechseln wir von Worten zur Realität:meine Cousine (42) hatte Bandscheibenvorfall
arbeitete 8 J. bei kirchl. Institution.=nach 4 wochen kam die Kündigung.

Miss Undercover
01
13.3.2005, 15:48
Vollkommen richtig, Moral auf Nullniveau in kirchlichen Institutionen!

Ich arbeitete für die Diakonie.Personal war ausgebrannt, ein Zustand, der keine Beschreibung zulässt.
Zudem mein ärgster Arbeitgeber, den ich nie vergessen werde.
Alles Schleimer, Intriganten und Ketzer, eine derartige unmenschliche Bande.

Zudem hindert man in kirchlichen Institutionen Forschung & Entwicklung.

Alles Heuchelei,
Moral auf dem Nullpunkt,
Pfuiteufel,
Eure sehr religiöse MU!

Weana
00
13.3.2005, 18:04
@ Under... : Das Fremdwort subtil

bedeutet auf weanerisch hinterfotzig. Ist ihnen gelungen.

Weana
00
13.3.2005, 23:48
P.S. : Und wenns bitte

mit Muh unterschreiben.

AgNO3
 
00
11.3.2005, 20:47
die kündigung kam nur,

weil sie weihwasser zum tee-kochen mit heim nahm.
was sie nicht wusste, es handelt sich ums selbe wasser, nur ist es verkeimt.
und der grund für die fallweise inkontinenz !

N2O
 
01
11.3.2005, 15:30
und meine grosstante

( auch 42 ) heiratet zum dritten male kirchlich. dieses privileg hat sie aber nur, weil sie für das opus dei arbeitet.

Opus Dei
00
12.3.2005, 18:34
Das tun wir nur bei Prominenten.

Z.B. Ministerinnen.

Eine Kreatur
00
10.3.2005, 08:12
ich kann nur immer wieder betonen ...

schiebts euch eure religion sonstwohin!

eigentlich hat die menschliche gesellschaft schon längst einen sozialen und technischen stand erreicht, in dem auch ohne lächerliche psychologische hilfsmittel wie "religionen" und "götter" eine erklärung der umwelt und ein zusammenleben möglich ist ...

wird langsam zeit, sich von dem alten balast zu befreien!

BabutschkaBarbarella
 
00
13.3.2005, 21:42
Jo, das

neue Hilfsmittel sind Neurosen ;-)

Weana
 
00
15.3.2005, 18:47
Sie meinen wohl Babuschka ?

Ja, ja, die Neurose.

BabutschkaBarbarella
 
00
15.3.2005, 20:12
Und Sie meinen wohl "Wiener", nicht wahr?

Jaja, die Neurose.

Weana
 
00
15.3.2005, 22:33
Auch Russen

sagen Babuuuschka. Latein und italienisch liegen ihnen näher ?
Wie wärs mit L`Osservatore Romano. Dort versteht man ihre Sprache besser.

Weana
00
13.3.2005, 23:15
Religion ist eine induzierte Neurose,

aber das dürfte für Sie und die Mehrheit der Gläubigen zu hoch sein.

BabutschkaBarbarella
 
00
15.3.2005, 11:36
Und "unreligiöse" Neurosen

sind nicht "induziert"? Durch die Struktur der Gesellschaft etwa? Von mir aus etwa durch die (Reste d.) Religion bürgerlicher Werte?Täusch ich mich, oder haben Sie mein Posting als Verteidigung von Religion gelesen? Wenns wollen, GLAUBENs das... a Praxistest meiner Ungläubigkeit wird wohl kana durchführbar sein.
Oder gings darum, mich darauf hinzuweisen, dass es Neurosen schon imma gab, zumindest seits Rel. gibt? Okay. Um es präziser zu formulieren: Neurosen sind für mich eine Form von Religion.
Vielleicht hatten wir hier a einfach a "Definitionsproblem" bezüglich Rel. - I weiß, das is imma a gute Ausred.
So wie mein Posting formuliert war, kann man es wohl in jeder Richtung verstehen - ich dachte aber, durch das Blinzeln wärs klarer.

Rambazamba
00
10.3.2005, 14:55
Religion - Opium oder Baldrian (2)

Die zunehmende persönliche Freiheit, der Individualismus, so sehr ich diese immateriellen Güter persönlich auch schätze, hat in unserer Kultur aber nicht unbedingt zu glücklicheren Menschen geführt. Generation x, die höchsten Selbstmordraten unter Jugendlichen trotz des höheren Lebensstandards lassen die Vermutung zu, dass die Lebensqualität nicht unbedingt gestiegen ist. Eine Interpretation neben anderen Einflussfaktoren wäre, dass die Reflexion über das Sein ohne ein Wertesystem eher Stress auslöst.Die persönliche Freihait kann auch eine Geisel sein, wenn man damit nicht umgehen kann. Nicht umsonst ordnet sich das Gros der Menschen gerne unter und lässt sich führen. Bevor man auf eigenen Beinen stehen kann, muss man (geistig)gereift sein.

contra
00
11.3.2005, 19:45
ein sein ohne wertesystem ?

die wertigkeit von irgendwelchen dingen sind ausschliesslich menschliches konstrukt !
es gibt keine wertigkeit der dinge. ein uranatom ist nicht wertvoller wie ein kupferatom. und eine irgendwo im universum existierende superspecies ist nicht wertvoller wie wir !
und unser sein basiert nicht auf sinnfragen, sondern auf logischen, autoadaptiven funktionen !

Rambazamba
00
10.3.2005, 14:49
Religion - Opium oder Baldrian (1)

Ihr Ansatz ist mir zu radikal. Während es in vergangenen Epochen sicherlich auch Aufgabe der Religionen war, die Natur zu erklären und Ereignisse zu deuten, ist das längst nicht mehr Hauptaufgabe der Religion in unserem kulturellen Umfeld. Es geht Menschen vielmehr darum einen Sinn in ihrer Existenz zu finden. Ob das über Religionen gut oder schlecht gelöst ist, sei dahingestellt. Solange Sie Menschen für das Sinnvakuum, das die Aufgabe des Glaubens darstellen würde keine Alternative anbieten können, kann der Glaube psychologisch durchaus sinnvoll sein. Atheisten oder Agnostiker sind oft nicht gerade sonnige Gemüter. Ich glaube, es war Fromm, der darauf hinwies, dass Menschen zuerst von Instinkten, dann von Traditionen geprägt waren.

BabutschkaBarbarella
 
00
13.3.2005, 21:46
Einspruch;

oder die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Wer weiß. Im Bezug auf private Beziehungen bin ich zwar extrem finster, aber auch ohne Gott meinem Gemüt nach aus Menschenliebe zumeist eher sonnig. Vielleicht fällt Agnostikern und Atheisten nur das Stänkern leichter, und das wird mit Sonnenfinsternis verwechselt.
Und den Sinn ihres Lebens könnten Menschen ganz einfach darin finden, dass sie leben...

contra
00
10.3.2005, 20:21
sinn der existenz ?

eine logische funktion stellt keine sinnfragen, sie ergibt sich !
ein parasit, welcher den wirt tötet, hätte keinen sinn. trotzdem ergibt er sich. als logische funktion !
das gefasel der sinnfragen fällt also weg, und damit der religionsbegriff, der nur der blödmache dient !

BabutschkaBarbarella
 
00
15.3.2005, 11:45
Tut mir eigentlich leid,

dass Sie mich so "negativ" verstanden haben, weiter unten. Genau das Beispiel von Parasit und Wirt hab ich in einem anderen Zusammenhang auch schon mal angeführt - ebenfalls in einer Sinnfragendiskussion. Ist eigentlich für mich seltsam, dass wir hier vielleicht einfach in mancher Hinsicht nur aggressiv an einander vorbei gepostet haben... Was Ihnen aber vermutlich egal ist. Für mich wirfts halt einige abstrakte Fragen auf.

contra
00
15.3.2005, 22:12
wer sollte ihnen

bei einer sinnfragen-diskussion zuhören ? die übrigens durch meine postings hinfällig sind.
haben sie das realisiert ?

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