Neue Behandlung aggressiver Gehirntumore erfolgreich

10. März 2005, 00:00
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Kombination von Chemo- und Strahlentherapie rückt dem Glioblastom zu Leibe

Lausanne/London - Krebsforscher haben mit einer neuen Methode zur Behandlung des aggressiven Gehirntumors Glioblastom einen Durchbruch erzielt. Nach Angaben der Europäischen Organisation für die Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen (EORTC) werden dabei Chemo- und Strahlentherapie kombiniert. Studien zeigten, dass Patienten mit der Behandlungsmethode eine höhere Überlebenschance hätten, heißt es in der aktuellen Ausgabe des "New England Journal of Medicine".

Die Forscher haben die Bestrahlung mit dem neuartigen chemotherapeutischen Wirkstoff Temozolomid verbunden. Durch eine Molekularanalyse des Tumors konnten zudem diejenigen Patienten bestimmt werden, die von dieser Behandlung wahrscheinlich am meisten profitieren.

Erhöhte Lebenserwartung

Vor der Entdeckung der neuen Therapie habe die durchschnittliche Lebenserwartung von Glioblastom-Patienten etwa ein Jahr betragen, schreibt die EORTC. Die Resultate der Studie zeigten eine eindeutige Verbesserung. Nach zwei Jahren seien noch zehn Prozent der Patienten am Leben gewesen, die nur mit Strahlentherapie behandelt wurden. Demgegenüber hätten 26 Prozent der Patienten überlebt, die eine Kombination von Strahlentherapie und Temozolomid-Chemotherapie erhielten. Die neue Behandlungsmethode habe sich nicht negativ auf die Lebensqualität der Patienten ausgewirkt.

Für die Studie wurden fast 600 Patienten zufällig ausgewählt. Für das Zustandekommen der klinischen Prüfung war die Universitätsklinik in Lausanne (CHUV) wegweisend. "Seit 25 Jahren akademischer Forschungen für Arzneimittel gegen Krebs ist dies das erste Mal, dass ich einen solchen Fortschritt bei einer der tödlichsten Krebsarten beim Menschen beobachten konnte", erklärte Rene-Olivier Mirimanoff, Arzt am CHUV.(APA/AP)

  • Ein Glioblastom, hier in einem Tierversuch dotiert mit Milliarden magnetischer Nanopartikel aus Eisenoxid, sichtbar gemacht durch zusätzliche schwarze Farbmarkierung der Nanopartikel. Am rechten Rand ist noch ein kleiner nicht erfasster Teil des Tumors erkennbar.
    foto: standard/charité

    Ein Glioblastom, hier in einem Tierversuch dotiert mit Milliarden magnetischer Nanopartikel aus Eisenoxid, sichtbar gemacht durch zusätzliche schwarze Farbmarkierung der Nanopartikel. Am rechten Rand ist noch ein kleiner nicht erfasster Teil des Tumors erkennbar.

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