Prokop: "Wir sehen, dass sehr viele aus dem Süden kommen"

3. Mai 2005, 08:41
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Innenministerin will für neues Aufnahme­zentrum Zahl der Grenzübertritte von Asylwerbern prüfen - Im Fokus: Kärnten und Tirol

Wien - Innenministerin Liese Prokop will prüfen, wo die meisten Asylwerber die österreichische Grenze passieren: "Wir sehen, dass sehr viele aus dem Süden kommen. Über das Meer und über Italien", sagte Prokop am Mittwoch in einem Bericht des Ö1-Morgenjournals.

Die Errichtung eines Aufnahmezentrums direkt an der Grenze sei Nahe liegend, denn dann müsse man die Asylwerber nicht immer quer durch Österreich verschicken. Prokop bezieht sich damit auf einen Vorschlag von FPÖ-Justizministerin Karin Miklautsch. Sie hatte bereits vor Tagen die Errichtung zumindest eines weiteren Erstaufnahmezentrums ohne nähere Ortsangabe gefordert.

"Unter 350 unsinnig"

Erst ab einer bestimmten Zahl von Grenzübertritten soll die Errichtung eines Zentrums überlegt werden, so Innenministerin Prokop: "Unter 350 im Monat, die da hereinkommen, wäre es unsinnig, weil ja hier ein sehr großer Verwaltungsstab, Ärztestab und Untersuchungsstaat errichtet werden muss", so Prokop im ORF-Radio.

Konkrete Gespräche mit den Ländern gab es noch nicht. Tirol und Kärnten haben der Innenministerin jedoch bereits eine Absage erteilt.

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel unterstützt den Prokops Vorstoß für ein viertes Erstaufnahmezentrum. Aus seiner Sicht wäre es sinnvoll, eine entsprechende Maßnahme zu treffen, erklärte der VP-Obmann und sieht sich damit auch mit Justizministerin Miklautsch einig. Voraussetzung dafür sei aber die Zustimmung der Länder. (red)

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