Telefongespräche vom Festnetz zum Handy werden billiger

1. April 2005, 17:38
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Telekom-Regulator Serentschy: Auch Tarife für netzexterne Handygespräche werden sinken

Gute Nachrichten für Telefonkunden: Die Tarife für Gespräche vom Festnetz in Handynetze und für netzexterne Handygespräche werden in den kommenden sechs Jahren schrittweise sinken. Ein dementsprechendes Positionspapier hat am Mittwoch der Telekom-Regulator vorgelegt. Das Modell sieht die Vereinheitlichung und Absenkung der aktuell unterschiedlichen Mobilfunk-Terminierungsentgelte, die sich Telekombetreiber gegenseitig für die Zustellung von Gesprächen in die jeweiligen Mobilfunknetze verrechnen, bis Anfang 2012 auf unter 10 Cent pro Minute vor und soll den Handynetzbetreibern als Grundlage für die zu führenden Entgelt-Verhandlungen dienen.

Terminierungsentgelt

Gespräche vom Festnetz in Mobilfunknetze kosten in Österreich seit Jahren mehr als Gespräche von Handynetzen ins Festnetz. Auch die Tarife für netzexterne Gespräche sind betreiberabhängig verschieden. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen Terminierungsentgelte, die von 10,86 Cent bei der Mobilkom bis zu 19,62 Cent bei Hutchison reichen und einen wesentlichen Bestandteil der Endkunden-Handytarife darstellen. Diesem Ungleichgewicht und Wettbewerbsproblem will die Telekom Control Kommission (TKK) - im Zuge der Umsetzung der EU-Richtlinien - nun entgegenwirken.

Mit dem nun vorgelegten "Gleitpfadmodell", das eine schrittweisen Vereinheitlichung auf unter 10 Cent bis 2012 vorsieht, ermögliche man den Betreibern einen "sanften" Übergang, bemerkte Serentschy. Ursprünglich wollte die TKK die Terminierungs-Entgelte schon bis 2010 angleichen. Das Modell berücksichtige mit "Schutzfristen" auch den späten Markteinstieg von Hutchison und tele.ring. Die erste Entgelt-Absenkung ist für Mobilkom, T-Mobile und One für 1. November 2005 vorgesehen, für tele.ring am 1. Jänner 2006 und für Hutchison spätestens am 1. Juli 2006. Insgesamt sollen 13 Absenkungsschritte erfolgen, die letzte Absenkung findet am 31. Dezember 2011 statt.

Markt reguliert

Die Höhe des künftig einheitlichen Terminierungsentgelts wird sich an den Kosten des effizientesten Betreibers im Markt orientieren, der auch die Preise diktiert, erläuterte der Telekom-Geschäftsführer der Rundfunk- und Regulierungsbehörde RTR, Georg Serentschy, bei einem Hintergrundgespräch. Von der ursprünglich angedachten Orientierung an einem fiktiven Betreiber mit einem 20-prozentigen Marktanteil, die auf heftige Kritik einiger Mobilfunkbetreiber gestoßen war, ist die TKK hingegen abgerückt. Das neue Modell könne unabhängig von den Marktanteilen und der Zahl der Betreiber angewendet werden, so Serentschy.

Derzeit bekommt die Mobilkom von ihren Mitbewerbern für die Gesprächszustellung 10,86 Cent, T-Mobile 13,18 Cent, One 13,80 Cent, tele.ring 15,99 Cent (ab April 13,80 Cent) und Hutchison als jüngster Marktteilnehmer sogar 19,62 Cent pro Minute. Im EU-Vergleich liegen die österreichischen Terminierungsentgelte laut RTR im unteren Drittel. Neben Österreich haben in der EU auch Schweden, Frankreich und Großbritannien neue Zielwerte für Mobilfunk-Terminierungsentgelte festgelegt.

"Rund um Ostern" will der Telekom-Regulator indes die neue Marktdefinition für den Breitband-Internet-Markt vorlegen, der von den Betreibern bereits urgiert wurde. Als Grund für die Verzögerung nannte Serentschy die starke regionale Stellung von Kabelnetzbetreibern, die auch berücksichtigt werden musste. Die Analyse für den Breitbandmarkt mit möglichen Auflagen für die Betreiber werde dann bis Sommer folgen.(APA)

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