Siemens mit Sparprogramm bei Handysparte

16. März 2005, 08:27
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Zukunft der Sparte trotz Sanierungsbemühungen völlig offen

Siemens will sein krisengebeuteltes Handygeschäft mit einem drastischen Sparprogramm sanieren und für mögliche Partner herausputzen. "Wir verlieren Geld im Handygeschäft", sagte der Chef der Kommunikationssparte, Lothar Pauly, am Dienstag in München. Daher sollten die Kosten rasch um nochmals 400 Mio. Euro gedrückt werden.

Eine Milliarde Euro

Ursprünglich seien bereits Einsparungen von 500 bis 600 Mio. Euro geplant gewesen, nun könnte es insgesamt eine Mrd. Euro werden. Siemens hatte zuletzt hohe Verluste mit Mobilfunkgeräten gemacht, der Marktanteil brach dramatisch ein. Mit einer Produktoffensive will Siemens verlorenen Boden zurückerobern.

Die Zukunft der Sparte ist trotz der Sanierungsbemühungen völlig offen. Für einen möglichen Verkauf oder eine Kooperation müsse Siemens erst einmal den passenden Partner finden, sagte Pauly. Eine Schließung sei am wenigstens erwünscht, da dabei Werte vernichtet würden.

Riesen-Bereich "Com"

Pauly ist Chef des neuen Riesen-Bereichs Com mit 18 Mrd. Euro Umsatz, der im vergangenen Herbst aus der Fusion der Festnetz- und Mobilfunksparten von Siemens hervorgegangen ist. "Das war die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt", sagte Pauly. Die Entwicklungskosten bei Com sollten durch gemeinsame Plattformen um 15 Prozent gesenkt werden. Die Restrukturierung kostet einen höheren zweistelligen Millionenbetrag, der Großteil davon fällt im laufenden Geschäftsjahr an.

Hauptsorgenkind des Bereichs ist weiter das Handygeschäft, das allein in den letzten beiden Quartalen Verluste von jeweils mehr als 140 Mio. Euro gemacht hat. Zudem brach im abgelaufenen Quartal der Weltmarktanteil von 9,5 auf 6,4 Prozent ein. "Unsere Produkte sind so gut wie oder besser als die der Wettbewerber", sagte Pauly. Siemens komme aber zu langsam mit neuen Produkten auf den Markt. "Immer wieder haben späte Marktstarts unsere Marktposition beschädigt."

Stellenabbau

Wie viele Arbeitsplätze dem Sparkurs zum Opfer fallen könnten, ließ Siemens offen. Der Schwerpunkt liege aber nicht beim Stellenabbau. Stattdessen sollten zum Beispiel die Marketingausgaben reduziert werden. Neben den Einsparungen will Siemens auch mit neuen Produkten Boden gut machen. Auf der Cebit werde der Konzern fünf neue Geräte präsentieren, sagte Pauly. Insgesamt sollen in diesem Jahr 15 Modelle auf den Markt kommen.(APA/dpa)

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    foto: siemens
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