Plankton pro Jacko - Zeit für "Dittsche live"

5. April 2005, 20:58
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Sonntag in der Imbissbude: Stammgast Dittsche ist "40, arbeitslos", einmal wöchentlich trinkt er zwei Flaschen Bier ...

Sonntag in der Imbissbude. Die Zeiger der Wanduhr stehen auf halb elf, "22.34" besagt das Leuchten am Fernsehgerät im Wohnzimmer: Zeit für Dittsche live. Stammgast Dittsche ist "40, arbeitslos", einmal wöchentlich trinkt er zwei Flaschen Bier am Tresen und bespricht dabei mit seinem Wirten Ingo die vergangenen sechs Tage.

Vor fast einer Mille Seher - das frei improvisierte WDR-Format kommt an und ist komisch! Klar hat Dittsche den deutschen Blick. Da interessiert eben mehr, dass G. Schröder "in Arabien drinne" einen Krummdolch abgestaubt hat als dass K. A. Schröder Grafik nach Madrid entsandte.

Anderes aber ist überregional. Etwa der King-of-Pop-Prozess. "Muss Jackos Schimpanse auch in den Zeugenstand?", hatte die Bild-Zeitung getitelt und Visionen aus dem britischen Boulevard wiedergegeben - mit Gorilla als Dolmetsch.

Der kritische Leser Dittsche denkt mit: Dann müssten, der Gerechtigkeit halber, auch die Geschworenen zur Hälfte Tiere sein. Und zwar unbefangene, Star-resistente. Murmeltier, Küken, Maulwurf, Koralle - eventuell Plankton.

Beim Entwurf dieser Idealbesetzung, sich aufschaukelnden Abwägen von Parteilichkeiten ("Der Gorilla stimmt doch nicht für Plankton ab, Mensch . . .!") ist Olli Dittrich und Flemming Olsen kurz anzumerken, dass sie fast aus der Rolle kippen.

Und wenn schon. "Stand by your man", dudeln die Dixie Chicks eingangs: Zu diesem Mann mag man stehen, wurscht, wie arbeitslos und vierzig der ist. (pen/DER STANDARD; Printausgabe, 8.3.2005)

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    "Dittsche live"

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