"Licht am Tag": Jeder Autofahrer ein leuchtendes Vorbild

12. März 2005, 20:49
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Neuer Anlauf für verpflichtendes "Licht am Tag" - Reaktionen geteilt

Wien - Verkehrsminister Hubert Gorbach (FP) will, dass Österreich endlich ein Licht aufgeht, immer wenn ein Auto gestartet wird. Ein entsprechender Gesetzesentwurf für verpflichtendes "Licht am Tag" geht demnächst in Begutachtung. Erste Reaktionen waren Montag so, wie sie es bereits seit Jahren sind: geteilt.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) zeigte helle Begeisterung, die Maßnahme soll die Zahl von Verkehrstoten um jährlich 30 reduzieren. Ein ganzjähriges Lichtfahrgebot haben bereits Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Slowenien, Estland, Lettland und Kroatien. In der Schweiz und in Frankreich wird es empfohlen. Im Winter haben Tschechen, Slowaken, Polen und Litauer Lichtpflicht. Ungarn und Italiener müssen ganzjährig auf Freilandstraßen Scheinwerfer einschalten.

Tagfahrleuchten

"Wenn, dann alle", plädiert der ARBÖ für eine EU-weite Regelung. Denkbar wäre etwa, alle neu zugelassenen Kfz mit speziellen Tagfahrleuchten auszustatten. Ein österreichischer Alleingang sei aber abzulehnen. Ähnlich argumentiert der ÖAMTC: Schwächere Tagfahrleuchten anstelle des Abblendlichtes wären ein brauchbarer Kompromiss, weil sie Gegenverkehr und Fußgänger nicht blendeten.

Laut einer KfV-Erhebung sind in Österreich jetzt schon rund 40 Prozent aller Pkw auch bei Schönwetter tagsüber mit eingeschaltetem Licht unterwegs, auf Autobahnen sind es sechs von zehn. Bei Regen beträgt die Lichteinschaltquote tagsüber 84 Prozent, bei Nebel 90 Prozent.

Gegner von "Licht am Tag" befürchten unter anderem, dass Fußgänger im Lichtergewirr leichter übersehen werden könnten. Auch der momentane Gesehenwerden-Vorteil von beleuchteten Motorrädern ginge verloren.

Am weitesten verbreitet sind in der Autobranche immer noch Halogenschweinwerfer. Dreimal höher ist der Wirkungsgrad bei Xenon-Licht. Vor allem bei älteren Verkehrsteilnehmern, deren Blendempfindlichkeit höher ist, als bei jungen Menschen, sind Xenon-Lichter deshalb unbeliebt. Stark im Kommen sind Energie sparende LED-Scheinwerfer. Für Tagfahrlicht reichen die Leuchtdioden bereits aus. (simo, DER STANDARD – Printausgabe, 08.03.2005)

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