Filmindustrie zum Weltfrauentag: "Auch Raubkopiererinnen sind Verbrecherinnen"

26. April 2005, 12:49
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Umstrittene deutsche Kampagne "Hart aber gerecht" setzt mit neuem Sujet auf "Gleichberechtigung"

In Fortsetzung ihrer Kampagne "Hart aber gerecht" will die deutsche Initiative Zukunft Kino Marketing (ZKM) ihren Kampf gegen RaubkopiererInnen fortsetzen, diesmal allerdings mit einem "speziellen" Touch: Rechtzeitig zum Weltfrauentag startet die neue Kampagne "Auch Raubkopiererinnen sind Verbrecherinnen".

"Kritik"

In einer Aussendung heißt es dazu, dass das Internet zwar noch immer eine männliche Domäne sei, die Frauen aber deutlich aufholen würden. Laut der ZKM geschehe dies aber leider auch in den für sie negativen Bereichen, so ließen sich immer mehr Frauen durch die "vermeintliche Anonymität des Internets" zu "illegalen Downloads" hinreißen. "Ganze drei Millionen Frauen haben letztes Jahr Filme auf CD-ROM oder DVD gebrannt" ereifert sich der Text der ZKM.

Sujet

Dem muss natürlich ein Ende gesetzt werden, entsprechend bringt die ZKM ein neues Werbesujet in Umlauf, das vor allem Frauen ansprechen sollen, Dr. Elke Esser, Geschäftsführerin der Zukunft Kino Marketing GmbH dazu: "Viele Frauen fühlten sich bisher nicht so stark wie Männer von unserer Kampagne 'Raubkopierer sind Verbrecher' angesprochen. Das wollen wir ändern und haben daher das Plakat 'Auch Raubkopiererinnen sind Verbrecherinnen' kreiert, das deutschlandweit an Kinos und Videotheken zum Weltfrauentag ausgeliefert wird."

Beispielhaft

Natürlich kann die ZKM wie gewohnt auch hier wieder mit einem besonders "verwerflichen" Fall als Beispiel aufwarten: So weiß man von einer Frau K. aus Ostfriesland zu berichten, die sich ihre Sozialhilfe mit dem Handel von Raubkopien "aufgebessert" habe.

Methoden

Die Kampagnen der ZKM waren schon in der Vergangenheit mehrmals ins Schussfeld der Kritik gelangt, da sie mit äußerst bedenklichen Methoden betrieben wird. So "spielt" einer der bekannteren Werbespots auch mit Vergewaltigungsandrohungen durch Mithäftlinge für jugendliche Raubkopierer. (red)

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