Arbeiterkammer warnt vor Kostenfallen durch Mehrwert-SMS

15. März 2005, 08:39
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Sind von Sperre der 9x-Rufnummern nicht erfasst - AK fordert mehr Schutz für KonsumentInnen

Die Arbeiterkammer Wien warnt vor Kostenfallen bei Mehrwert-SMS. So sei laut Recherchen der AK bei Handy-Anbietern der Schutz der Konsumenten vor Mehrwertdienst-Fallen nur lückenhaft, Mehrwert-SMS seien von der Sperre der Verbindungen zu Mehrwertnummern zum Beispiel nicht erfasst. Die Anbieter würden ihre Kunden häufig nicht darüber aufklären, so die AK weiter.

Kritik

"Konsumenten wiegen sich in trügerischer Sicherheit", kritisiert AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer, "Eltern, die den Zugang zu Mehrwertdiensten bei den Handys ihrer Kinder unterbunden haben, werden z.B. von Entgeltforderungen für Klingeltöne-Abos überrascht." Die AK fordert, dass Kunden über das Risiko besser informiert werden und die Sicherheitslücke rasch geschlossen wird.

Schutz

Die KonsumentInnen würden mehr Schutz brauchen: Solange die 9x-Rufnummernsperre SMS-Mehrwertdienste nicht erfasst würden, müssten die Anbieter ihre Kunden darüber deutlich informieren, so die AK weiter. Außerdem müssten die Netzanbieter so rasch wie möglich technische Lösungen anbieten, damit Mehrwert-SMS genauso wie Telefonate mit kostspieligen Mehrwertdiensten sperrbar sind. Nach dem Telekomgesetz hätten die Mobilfunkanbieter ihren KundeInnen ohnehin auf Wunsch einmal jährlich die kostenlose Sperre abgehender Verbindungen zu Mehrwertdiensten zu ermöglichen.

Testweise

Anfragen der AK Verbraucherschützer bei den Handyanbietern hätten aber ein anderes Bild ergeben: Der Schutz von 9x-Sperren sei lückenhaft. Die Mehrzahl der Anbieter räumte auf Nachfrage ein, dass sie aus technischen Gründen derzeit nicht in der Lage seien, Mehrwert-SMS gezielt zu sperren. Der Versand oder Eingang von Kurznachrichten sei, wenn überhaupt, nur vollständig sperrbar. "Das ist für Konsumenten keine brauchbare Lösung, da Kurznachrichten für viele ein unverzichtbarer Basisdienst ist", sagt Zimmer. Immerhin würden pro Tag 23 Millionen SMS versendet. Ein weiteres Problem sei, dass bei vielen SMS-Abo-Diensten nicht nur beim Versenden Kosten anfallen, sondern auch jedes eingehende SMS vom Anbieter verrechnet würde. Die AK erwartet sich daher, dass die Sperrmöglichkeit auch für eingehende SMS gelte.

Ausnahem

Eine Ausnahme sei Tele2Mobil. Der Anbieter gibt an, seine Kunden hätten (derzeit noch) keinen Zugang zu kostenpflichtigen Mehrwert-SMS und bei einem künftigen Zugang zu Mehrwert-SMS würde auf die Sperrmöglichkeit des 9x-Nummernblocks großer Wert gelegt. Der Anbieter "3" denkt nach eigenen Angaben an eine "Robinsonliste", in die sich Kunden, die Mehrwert-SMS bannen wollen, eintragen können.

Info-Defizit

Viele KundInnen sind uninformiert und vertrauen ihrer Sperre für Mehrwertdienste. Beschwerden würden laut AK aber zeigen, dass sie über diese Lücke in der Regel nicht informiert werden oder bei gezielten Nachfragen auch Fehlauskünfte erfolgen. Vor allem Jugendliche sind vor unseriöse Anbietern von Premium-SMS-Diensten für Klingeltöne, Kontaktvermittlungen und Chats nicht ausreichend geschützt und geraten häufig in Kostenfallen. "Einige SMS-Abo-Dienste bombardieren Konsumenten mit SMS. Die Zahl der eingegangenen SMS kann der Kunde oft nicht kontrollieren. Hohe Rechnungen sind die Folge", so Zimmer.

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