ÖVP stabil auf hohem Niveau

16. März 2005, 16:27
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Niederösterreich bleibt eine Bastion der Volkspartei SPÖ und Grüne gewinnen bei den Gemeindewahlen Die Freiheitlichen erleben das erwartete Desaster - Mit Infografik

Die niederösterreichischen Gemeinderatswahlen brachten der Volkspartei den erwarteten Erfolg: 48,8 Prozent der Stimmen landesweit. Die SPÖ legte um 3,6 Prozentpunkte zu und hält nun bei 39,4 Prozent, die Grünen gewannen ebenfalls und überholten die Freiheitlichen an Stimmen und Mandatsstärke. Die FPÖ erlebte den vorausgesagten Absturz von 7,8 auf 3,3 Prozent der Stimmen, mehr als 400 Gemeindemandate weniger.

Er sei mit dem Wahlresultat "im Großen und Ganzen zufrieden", sagte Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP). Die Volkspartei habe "zweifelsohne auf hohem Niveau das Vertrauen und die Position halten können"; immerhin stelle sie weiter "mehr Gemeinderäte als die politische Konkurrenz zusammengenommen", ergänzte VP-Landesgeschäftsführer Gerhard Karner.

Eine Meinung, die SP-Landeschefin Heidemaria Onodi, so nicht teilen mag: "Die VP hat nichts, wir haben einiges dazugewonnen", kommentiert sie das Ergebnis. Angesichts des Prozent- und Mandatsplus ihrer Partei freue sie sich, "dass es mir gelungen ist, die SP in Niederösterreich auf Gewinnkurs zu bringen".

Faktor "Persönlichkeit"

"Große Freude" äußert auch Madeleine Petrovic, Landesvorsitzende der Grünen. Die Wahlergebnisse zeigten, wie wichtig auf kommunaler Ebene Grüne Persönlichkeiten seien. Etwa in Neunkirchen, oder Melk, wo es gelungen sei, "fast großstädtische Ergebnisse" einzufahren.

In Neunkirchen mit Grünen-Landesrat Martin Fasan als Spitzenkandidat kamen die Grünen auf 17,94, in Melk, wo Grünen-Landesrat Emmerich Weiderbauer die Ortspartei anführt steht, auf 18,60 Prozent der Stimmen. Selbst im traditionell von der VP dominierten Waldviertel gab es Grüne Durchbrüche: In Groß Gerungs zieht die Ökopartei aus dem Stand mit 14,6 Prozent in den Gemeinderat ein, die VP verliert 9, 99 Prozentpunkte.

Tatsächlich brachte selbst der großen Wahlverliererin, der FP, der Prominenzfaktor von Kandidaten in einzelnen Gemeinden Zugewinne. Etwa in Langenlois, wo Ex-FP-Landesrat Hans Jörg Schimanek senior mit der Wahlgemeinschaft FPÖ-Opal 6,37 Prozentpunkte dazu gewann und auf 21,61 Prozent kam.

Oder in Bad Deutsch Altenburg, wo Ex-FP-Landeschef Ernest Windholz mit seinem gleichnamigen Team aus dem Stand auf 25,61 Prozent kam. Bei der vergangenen Kür im Jahr 2000 hatte er als FP-Spitzenkandidat 38,28 Prozent - das damalige Freiheitlichenspitzenresultat - eingefahren.

Schlögl gewann

Auf SP-Seite konnte Ex-Innenminister Karl Schlögl als Bürgermeisterkandidat 62,64 Prozent - und damit um 21,39 Prozentpunkte - dazu gewinnen. In Wiener Neustadt, der Einwohner stärksten Stadt, in der gewählt wurde, baute Bürgermeisterin Traude Dierdorf (SP) ihre absolute Mehrheit auf 61,68 Prozent, in Traiskirchen Bürgermeister Fritz Knotzer (SP) um 4,68 Prozentpunkte auf 69,89 Prozent aus. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.3.2005)

Von Irene Brickner und Otto Ranftl
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