Boulevard: Clubber mit Lampenfieber

4. März 2005, 21:44
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Clubmacher Holger Thor legt in den ehrwürdigen Hallen des U4 auf

Holger Thor ist nervös. Schließlich will der erfahrene Clubmacher auf dünnes Eis: Damals, als Thor vor 14 Jahren im U4 ins Club-Leben stolperte, sah die Welt ja auch anders aus: Das U4 war bekannt, der Wiener Club-(Tanz-) Boden lag dennoch noch großteils brach und „Heaven“ wandte sich an die Schwulenszene – zumindest an ihre deklariert partyaffinen Proponenten.

Und heute? Clubs gibt es wie Sand am Meer – und die meisten halten (zu Recht) so kurz wie Sandburgen, sobald die Flut kommt. Und dass das Wiener Publikum schwer an Orte zu bekommen ist, die es nicht kennt, ist bekannt: Da – für homo- wie heterosexuelle Clubber – in einer unbekannten Halle aufzuspielen ist ein Wagnis.

Thor wagt es trotzdem: Am 12. März bittet er mit dem Almdudler-Erben Thomas Klein, dem DJ Herb und dem Organisationsmanager Andreas Fischer zum „Drama Club“ in die Ottakringer Brauerei – und verspricht einen Club, der endlich nicht „wie der schale Abklatsch der schlechten Kopie eines faden Plagiates“ aussehen soll. Freilich: Das Wiener Partyvolk ist längst genau darauf konditioniert. Thor weiß das. Und ist dementsprechend nervös. (rott, DER STANDARD Printausgabe, 05.03.2005)

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    foto: der standard/corn
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