Der unterschätzte Plattenberg

    5. März 2005, 13:35
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    Die bescheidene Erhebung im Mostviertel bietet einen fantastischen Panorama-Ausblick

    Mit einer Höhe von 750 Metern zählt der Plattenberg zu den "bescheidenen" Erhebungen im Mostviertel, doch hat man ihn einmal bestiegen und die Aussicht von der Elisabethwarte genossen, dann weiß man, warum er unter Kennern einen hervorragenden Ruf genießt: Der Rundblick ist schlicht fantastisch.

    Man überschaut die Voralpen von der Erhebungen rund um Lilienfeld bis zum Traunstein, erblickt die Gesäuseberge mit Lugauer und Tamischbachturm, einen Teil des Toten Gebirges mit dem Großen Priel, sieht über das Alpenvorland und das Donautal hinweg zum Böhmerwald und zu vielen Gipfeln des Mühlviertels, ins Waldviertel mit dem Ostrong und zum Dunkelsteinerwald. Beim Plattenwirt knapp unterhalb des Gipfels gibt es ein Panoramabild, das eigentlich auf die Plattform der Warte gehört.

    Natürlich ist die Gegend besonders schön, wenn die vielen Birn- und Apfelbäume blühen, aber auch um diese Jahreszeit kommt der Wanderer voll auf seine Rechnung. Dass man sich im Mostviertel - mitunter auch "Mostarrichi" bezeichnet - befindet, merkt man bei etlichen Bauernhöfen, in denen das Getränk angeboten wird, das schon den Kelten gemundet haben soll.

    In dieser Region wandert es sich - auch bei geringer Schneelage - sehr gemütlich, denn der Plattenberg weist keine steilen Hänge auf. Nur bei windigem Wetter sollte man auf die Tour verzichten, weil man viel freies Gelände passieren muss, auch der Gipfelbereich kaum Schutz bietet.

    Die Route:

    Beim Gemeindeamt von Weistrach bei Seitenstetten findet man einen Plan der Tour. Den Wegweisern (Route 3, später 3A) folgend - hie und da auch rote Markierung - wandert man zum Gehöft Schwaiger, wo der eigentliche Aufstieg zum höchsten Punkt des Plattenbergs beginnt. Bis zum Gipfel braucht man 2 bis 2½ Stunden. Den Schlüssel für die Elisabethwarte erhält man im knapp unter dem Gipfel liegenden Gasthaus.

    Für den Rückweg wählt man die nach Westen führende rote Markierung (Nr. 3). In einem weiten Bogen erreicht man den Weiler Goldberg und kehrt über das Gehöft Hochstraß zum Ausgangspunkt zurück. Gehzeit ab Plattenberg 2 Stunden. Den Plattenberg kann man auch mit dem Auto "besteigen", bringt sich dann aber um eine reizvolle und abwechslungsreiche Tour. (Der Standard, Printausgabe, 5./6. 3. 2005)

    Von
    Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 4-4½ Stunden, Höhendifferenz rund 500 m. Gasthaus Plattenwirt, einige Mostheurige auf der Strecke. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 51 (Steyr) und 52 (St. Peter in der Au)
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      grafik: der standard
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