Neue Horizonte für FHs

14. Juli 2005, 14:12
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Die erste Novelle des FH- Studiengesetzes ermöglicht es den Fachhochschulen bereits seit 1. Februar 2004, ihr Ausbildungsangebot innovativ zu verbreitern

"Bisher gab es schon die Lehrgänge universitären Charakters an den Universitäten", erklärt Maria Weber von der Geschäftsstelle des Fachhochschul-Rats, "unsere Lehrgänge zur Weiterbildung sind analog dazu zu sehen."

Eingeführt wurden sie bereits vor 13 Monaten, mit der ersten Novelle zum Fachhochschul-Studiengesetz (FHStG), das mit 1. Februar 2004 in Kraft getreten ist. Nach Paragraf 14a bietet das Gesetz den Fachhochschulen nun die Möglichkeit, "in den Fachrichtungen der akkreditierten Fachhochschul-Studiengänge auch Lehrgänge zur Weiterbildung anzubieten". Welchen Abschluss man sich damit sichert, liege "grundsätzlich in der Entscheidung des Erhalters", führt Weber aus. Möglich ist etwa ein Mastertitel, wenn, so das FHStG, "Zugangsbedingungen, Umfang und Anforderungen" mit jenen "entsprechender ausländischer Masterstudien vergleichbar sind". Ist ein Lehrgang weniger aufwändig - wenn auch nicht weniger anspruchsvoll - gestaltet, so "darf die Bezeichnung ,Akademischer . . .' mit einem die Inhalte des jeweiligen Lehrganges charakterisierenden Zusatz festgelegt werden".

Bis dato wagten es erst fünf der österreichweit 19 Fachhochschulen, das akademische Neuland zu betreten: Sie bieten an ihren Standorten insgesamt 13 Lehrgänge nach Paragraf 14a an (siehe Tabelle).

Vorreiter Innsbruck

Den Anfang machte die FH Management Center Innsbruck, wenn auch der "General Management Executive MBA" und der "MSc in Management" bereits vor der Novelle, seit Herbst 2003, liefen. Damals waren sie nach dem Universitätsgesetz akkreditiert, heute zusätzlich nach dem FHStG - wie auch der 2004 eingeführte Master in "International Business and Tax Law" doppelt akkreditiert ist.

Den ersten "reinen" FH-Weiterbildungslehrgang auf neuer Grundlage bietet die FH bfi Wien seit vergangenem Herbst an. Der "Akademische Rechnungsprüfer" wird mittlerweile durch einen zweiten, dieser Tage startenden, Lehrgang mit dem Titel "Akademischer IT-Trainer" ergänzt. Überhaupt scheinen sich die FHs nicht mit einem Standbein dieser Art zu begnügen.

Die Voraussetzungen, die für eine Teilnahme qualifizieren, variieren. In der Regel wenden sich die Anbieter an Menschen, die bereits durch ihren Beruf oder auch durch ein Studium einschlägig im Fachbereich des angestrebten Abschlusses vorgebildet sind.

Die Preise der 14a-Lehrgänge differieren genauso wie die üblichen FH-Studiengebühren von 363,36 €: Wie hoch die veranschlagten Kosten für den jeweiligen 14a-Lehrgang sind, liegt "im Ermessen des Erhalters", so Weber. (Bernhard Madlener, DER STANDARD, Printausgabe, 5./6.3.2005)

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    foto: standard/andy urban
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