"Seriösität ist Trumpf"

26. September 2007, 16:44
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Peter Dienst, Leiter der Züritel, über innerlichen Zwiespalt, nervige PopUps und kreatives Chaos

etat.at: Welchen Stellenwert hat Online-Werbung in Ihrem Unternehmen? Und welche Ziele verfolgen Sie damit (Branding, Adressen generieren ...)?

Peter Dienst: Online-Werbung hat bei Züritel einen außerordentlich hohen Stellenwert. Als ein Vertriebskanal, dessen Dienstleistungen direkt im Internet abgeschlossen werden können, sind unsere Ziele im Internet vielfältig. Als Pionier im Onlineversicherungsmarkt haben wir neben Branding für Züritel auch das Ziel, Kunden überhaupt von der Möglichkeit Versicherungen im Internet abschliessen zu können, zu informieren. Ein Schwerpunkt unserer Online-Aktivitäten ist das Suchmaschinen-Markteting, da wir hier den potentiellen Interessenten direkt erreichen können, wenn er sich mit dem Thema Versicherung online beschäftigt.

etat.at: Zu den Spendings- wieviel gibt Ihr Unternehmen für Online-Werbung aus (im Vergleich zum Werbebudget generell)?

Peter Dienst: Der Budgetanteil für Online-Werbung ist bei Züritel naturgemäß höher und liegt bei rund 1/3 unserer Werbeinvestitionen.

etat.at: Was war ihr bisher größter Erfolg mit Online-Werbung?

Peter Dienst: Als Pionier in der Direktversicherung - die Züritel ist bereits seit 9 Jahren in Österreich aktiv - hat die Züritel daher nicht nur reichlich Erfahrung, sondern etliche Erfolge zu verbuchen. Unser größter Erfolg 2004: Wir haben außerordentlichen Erfolg mit einer Kampagne als "Günstigste Autoversicherung" erzielt, nachdem die Züritel im "Konsument" als günstigste Autoversicherung in der Stufe 0 ausgezeichnet wurde. Als Werbeformen haben wir insbesondere bei "derstandard.at" Sitelinks bzw. Advertorials mit einer gleichzeitig geschaltenen Bannerkampagne gewählt.

etat.at: Fühlen Sie sich von den Möglichkeiten der Online-Werbung genügend informiert ?

Peter Dienst: Ja, insbesondere von den großen Portalen. Leider lassen die Daten abseits von Visits und Page Views manchmal zu wünschen übrig.

etat.at: Online-Werbung erreicht in Österreich ca. 1,1 Prozent der Werbespendings, hat jedoch eine Reichweite von mehr als 60 Prozent. Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz?

Peter Dienst: Ich bin überzeugt, dass sich in der nächsten Zeit der Anteil der online-Werbung an den Werbespendings steigen wird. Die Vorteile dieser Werbeform liegen klar auf der Hand: Schnelligkeit, Flexibilität und klare Meßbarkeit. Wir untersuchen die Effizienz unserer Kampagnen in Bezug auf Conversion-Rate und ROI und werden in Zukunft alle Werbemaßnahmen dahingehend optimieren. Auch die Konvergenz der Kommunikationsmittel wird zudem die Bedeutung steigern, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen, die mit allen Formen der Medien vertraut sind und diese auch proaktiv nützen.

etat.at: Was fehlt der Online-Werbung, um im Media-Mix den Stellenwert zu erhalten, der ihr - reichweitenmäßig- zustehen würde? Warum zögern Unternehmen noch immer, in Online-Werbung zu investieren?

Peter Dienst: Was vor allem fehlt, ist das Verständnis für Online-Marketing und seinen Möglichkeiten, insbesondere in der Erfolgsmessung. Generell bin ich aber überzeugt, dass der Stellenwert in der nächsten Zeit steigen wird, insbesondere werden crossmediale Kampagnen zunehmen.

Gerade Dienstleistungsunternehmen haben ein massives Interesse an Adressgenerierung. Nichts eignet sich besser als über eine crossmediale Kampagne potentielle Kunden auf die Preisvorteile der Direktversicherung bei der Züritel hinzuweisen und die Interessenten im Internet selbst aktiv werden zu lassen. Die zahlreich bestellten elektronischen Newsletter beweisen das steigende Interesse und generieren Leads.

etat.at: Wie stellt sich die Online-Werbebranche für Sie da (chaotisch, organisiert….)?

Peter Dienst: Es bessert sich zusehens. Nach einer Abkühlung eines sicherlich etwas überhitzten Marktes haben sich die Qualitätsanbieter durchgesetzt - Seriösität ist Trumpf. Kunden honorieren mit steigender Nutzung das qualitativ hochwertigere Angebot. Wer heute ein Geschäft machen will, muss organisiert und strukturiert vorgehen. Last but not least ist ein wenig "kreatives Chaos" nützlich um neue Ideen und neue Angebote ins Netz zu stellen. Die Akzeptanz ist sehr schnell ablesbar.

etat.at: Welche Online-Werbeform ist Ihnen als privater Internet-User am sympathischsten? Und welche stört Sie in Ihrem Nutzerverhalten am meisten?

Peter Dienst: Das ist bei mir ein innerlicher Zwiespalt. Eigentlich nerven Pop-ups oft unglaublich, insbesondere wenn nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, wo der Button zum Schließen ist. Andererseits sind diese manchmal sehr kreativ gemacht. Auch die Portale tun gut daran, auf die Qualität der geschaltenen Werbung zu achten um die Nutzer nicht nachhaltig zu verärgern. Grundsätzlich bevorzuge ich aber er gutgemachte, kreative Banner. (ae)

Zur Person

Peter Dienst ist Leiter der Züritel, dem Direktvertrieb der Zürich Versicherungs- Aktiengesellschaft

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    foto: züritel
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