Neue Ausrichtung des "donaufestivals"

2. März 2005, 14:23
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Neo-Intendant Zierhofer-Kin wünscht sich Status als "Markenzeichen" mit Artists in Residence und Eigenproduktionen

Wien - Mit einem "neuen Betriebssystem" - will heißen: einem gänzlich neuen Team, neuer inhaltlicher Ausrichtung sowie Positionierung - wird von 21. April bis 8. Mai das "donaufestival 05" in Krems und Korneuburg in Szene gehen. Die künstlerische Leitung hat erstmals Tomas Zierhofer-Kin inne. Das "neue" Festival "möge Anlass sein, über den Kunst- und Kulturbegriff nachzudenken", sagte Zierhofer-Kin am Mittwoch in einem Pressegespräch. 2005 solle die Ouvertüre für das sein, was noch kommen könne.

Das "donaufestival 05" wird an "drei geballten Wochenenden" - 21. bis 24. April und 28. April bis 1. Mai in Krems sowie 4. bis 8. Mai in Korneuburg - über die Bühne gehen. "Wir wollen Festivalzentren schaffen und nicht mehr parallel Krems und Korneuburg bespielen", so Zierhofer-Kin. Er sprach von einem "Wochenend- Festival" mit etwa 70 Einzelveranstaltungen. Und: "Wir bleiben im Frühling."

Hoffen auf Akzeptanz in der Bevölkerung

Der neue künstlerische Leiter will "ein Fest entwickeln, das von den Menschen in der Region mitgetragen wird". Das donaufestival habe wohl eine "internationale Ausrichtung, aber auch die Akzeptanz in der Bevölkerung ist wichtig". Das Budget der Veranstaltung beträgt weiterhin 1,9 Mio. Euro, davon 1,5 Mio. Euro Landesförderung. 12.700 Tickets sind aufgelegt. Hinsichtlich der Auslastung habe er sich für 2005 "keinen Druck auferlegt", so Zierhofer-Kin. Er hoffe bei den Besucherzahlen auf "so viele, wie reinpassen".

Ein "Markenzeichen" des donaufestivals sollen Artists in Residence und Produktionen sein, die eigens entstehen. 2005 werden u.a. Nico and the Navigators mit der theatralischen Meditation "HELden & kleinMUT", Gob Squad mit dem Erlebnisraum "King Kong Club" und Showcase Beat Le Mot mit der Clash of Cultures- Performance "alarm Hamburg Shanghai" Österreich-Premieren geben. Es handle sich um Performance-Kollektive, die hier zu Lande "bisher überhaupt nicht repräsentiert" gewesen seien, so Zierhofer-Kin.

Quote machen, Qualität bieten

Landeshauptmann Erwin Pröll (V) legte bei dem Pressegespräch ein Bekenntnis zum "donaufestival" ab. Es bilde einen "zentralen Rahmen für das Kulturleben in Niederösterreich" und sei eine "internationale Bühne für die Begegnung zeitgenössischer Künstler" geworden. "Das 'donaufestival' muss und wird es auch weiter geben." Es soll "Quote machen und Qualität bieten", sagte Pröll.

Landesrätin Petra Bohuslav (V) sprach unter Hinweis auf den neuen künstlerischen Leiter von einem "Wendepunkt". Das Festival stehe "für Avantgarde, für Innovation. Wir brauchen diesen Zugang", so Bohuslav. 2005 würden neue Akzente gesetzt, vor allem die "junge Generation" soll angesprochen werden. (APA)

  • Der "Sprung ins kalte Wasser" als Plakatsujet
    foto: donaufestival/ © flo brunner

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