Akademie der Wissenschaften wehrt sich gegen Vorwurf der Geschlechterdiskriminierung

9. März 2005, 13:02
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Wittgenstein-Preisträger Renée Schroeder und Andre Gingrich hatten entsprechende Kritik geübt

Wien- Die Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat am Mittwoch die Kritik der beiden Wittgenstein-Preisträger Renée Schroeder und Andre Gingrich bezüglich Benachteiligung von Frauen zurückgewiesen. "Für die Diskriminierung von Frauen gibt es in den Forschungseinrichtungen der ÖAW nicht die geringste Toleranz", heißt es. Im Forschungsbetrieb der ÖAW würden Wissenschafterinnen mit einem Anteil von 37 Prozent "eine ganz entscheidende Rolle spielen".

"Dringender Reformbedarf"

Die beiden ÖAW-Mitglieder Schroeder und Gingrich hatten am Montag in einer Aussendung Benachteiligungen im österreichischen Wissenschaftsbetrieb kritisiert, bei der Akademie "dringenden Reformbedarf" gesehen und eine "Null-Toleranz-Garantie in Fällen von Benachteiligung oder Diskriminierung gegenüber Frauen" gefordert.

ÖAW-Präsident Herbert Mang verweist nun darauf, dass unter den 22 Institutsdirektoren der ÖAW vier Frauen seien, ebenso gebe es vier stellvertretende Direktorinnen. Dagegen seien an den Universitäten nur 28 Prozent der Assistenten und neun Prozent der Professoren Frauen. "Von einer Diskriminierung im Alltagsbetrieb kann jedenfalls keine Rede sein", betonte Mang.

Dennoch geringer Frauenanteil

Die Akademie bemühe sich seit längerem, Wissenschafterinnen zu Mitgliedern zu wählen, ebenso sei sie bestrebt, jüngere Forscherinnen und Forscher in ihre Reihen aufzunehmen. Dass der Frauenanteil unter den ÖAW-Mitgliedern, insbesondere im naturwissenschaftlichen Bereich, gering sei, spiegle die Situation an den Universitäten wider, da ÖAW-Mitglieder vor allem aus dem Kreis arrivierter Forscher aus den Universitäten gewählt würden.

Unter den mehr als 80 "Wirklichen Mitgliedern" der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der ÖAW ist Rene Schroeder die einzige Frau, unter den über 70 Mitgliedern der philosophisch-historischen Klasse gibt es vier Frauen. (APA)

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