Fries-Gruppe spitzt in Rumänien und Bulgarien auf Grund & Boden

10. März 2005, 22:01
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Bei Böhler-Uddeholm will die Investorengruppe um Rudolf Fries langfristig engagiert bleiben; zusätzlich ist man nun an Flächen in Rumänien und Bulgarien interessiert

Wien - Edelstahl, Sitzbezüge, schöne Wohnungen, ergänzt um Grund & Boden in Rumänien und Bulgarien: Mit einem so bestückten Portfolio will die Investorengruppe um den Badener Wirtschaftsanwalt Rudolf Fries langfristig ihr Geld kräftig vermehren.

Vor allem land- und forstwirtschaftliche Flächen in Rumänien und Bulgarien haben es Fries angetan: "Ich glaube, dass diese Länder mit ihren Ressourcen in den kommenden zehn Jahren eine tolle Entwicklung machen werden." Kaufen wolle man bis zu 10.000 Hektar. Durchziehen will der Wirtschaftsanwalt ein solches Engagement allerdings "mit professioneller Betreuung". "Denn", so Fries, "von Land- und Forstwirtschaft verstehe ich nichts."

Grund und Boden seien dort "billigst" zu haben und die erzielbaren Erträge nicht zuletzt wegen der zum Teil exzellenten Bodenbeschaffenheit überdurchschnittlich.

Flaggschiff Böhler-Uddeholm

Flaggschiff im Fries'schen Beteiligungsportfolio ist der Edelstahlerzeuger Böhler-Uddeholm, wo die Gruppe durch den Ausstieg der ÖIAG mit 25,6 Prozent zum Kernaktionär avanciert ist. "Wir wollen langfristig engagiert bleiben", sagte Fries. Die Investorengruppe sei klein, reagiere auf Zuruf. Jeder der Beteiligten müsse bereit sein, sein Geld für mindestens fünf, zehn Jahre aus der Hand zu geben.

Noch im März will Fries in der Causa Böhler-Uddeholm den Verfassungsgerichtshof anrufen und damit gegen eine in der Vorwoche publik gewordene Entscheidung der Übernahmekommission vorgehen. Diese hatte geprüft, ob die BU Industrieholding, hinter der die Fries-Gruppe steht, nach dem Rückzug der ÖIAG ein Pflichtangebot hätte stellen müssen.

"Es geht ums Prinzip"

Nein, heißt es in dem Bescheid der Kommission, jedoch wurden Bedingungen festgelegt, die eine umfassende Beherrschung des Edelstahlkonzerns verhindern sollen. "Wir wollen weder Aktien zukaufen noch zusätzliche Aufsichtsräte stellen, es geht ums Prinzip", sagte Fries. "Schließlich war bei unserem Einstieg in Böhler-Uddeholm von einem Ausstieg der ÖIAG keine Rede."

Weiter engagiert bleiben will Fries beim Autozulieferer und Sitzbezügehersteller Eybl, wo er ein 52-Prozent-Paket hält. Große Freude bereite auch der Großteil der Wohnungen, die 2003 um 138 Mio. Euro von der Bundesimmobiliengesellschaft erworben wurden, darunter eine Anlage in Salzburg mit 600 Einheiten und 800 Wohnungen im Wiener Arsenal. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.3.2005)

  • Blickt nach Engagements bei Böhler-Uddeholm, Eybl International und Immobiliengeschichten in Österreich nun nach Bulgarien und Rumänien: der Badener Wirtschaftsanwalt Rudolf Fries.
    foto: standard/regine hendrich

    Blickt nach Engagements bei Böhler-Uddeholm, Eybl International und Immobiliengeschichten in Österreich nun nach Bulgarien und Rumänien: der Badener Wirtschaftsanwalt Rudolf Fries.

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