Forschungs- und Technologieverbund Tulln geplant

18. Mai 2005, 18:53
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Land Niederösterreich errichtet für BOKU und ARCS Forschungszentrum für nachwachsende Rohstoffe - Grundsatzvereinbarung unterzeichnet

St. Pölten - Der Technopol-Standort Tulln - mit IFA, Fachhochschule und Technologiepark - soll durch einen Forschungs- und Technologieverbund weiter aufgewertet werden. Partner sind das Land Niederösterreich, die Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien, Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS) und die Stadt. Die entsprechende Grundsatzvereinbarung wurde am Dienstag im Landhaus in St. Pölten unterzeichnet. Geplant ist die Errichtung eines Forschungszentrums für nachwachsende Rohstoffe.

Wie Landeshauptmann Erwin Pröll (V) dazu bei einer Pressekonferenz ausführte, wird das Land die Gebäudeinfrastruktur samt Grundausstattung errichten. Die Gesamtprojektkosten betragen 70 Mio. Euro (inklusive Grund), wovon etwa 50 Prozent durch Beiträge der Partner BOKU und ARC refinanziert werden. Die Stadt stellt bis zu 15 Hektar Grund zur Verfügung.

Rahmenvertrag soll bis Sommer ausverhandelt werden

Der Rahmenvertrag soll bis Sommer ausverhandelt werden, der Spatenstich wird laut Pröll im kommenden Jahr erfolgen. 2008 soll das Forschungszentrum in Betrieb genommen werden.

ARCS wird die bestehende Abteilung Biogenetik von Seibersdorf nach Tulln verlagen. Zusätzlich zu den derzeit 140 hochwertigen Arbeitsplätzen im 1994 etablierten IFA (Interdisziplinäres Department für Agrarbiotechnologie) werden künftig 250 Wissenschaftler in Tulln tätig sein. Über zu erwartende Betriebsansiedlungen könnten damit im kommenden Jahrzehnt rund 400 Arbeitsplätze entstehen, so Pröll.

"Center of Excellence"

Grundsätzlich hielt der Landeshauptmann fest, dass dieses Center of Excellence einen weiteren Schritt in Richtung Hochtechnologie-Standort darstelle. Um im größeren Europa zu reüssieren, müssten alte Industriestrukturen hinter sich gelassen werden. Große Bedeutung komme auch dem Imagegewinn zu, führte Pröll das Interesse von Investoren an. Laut einer Analyse des Managermagazins zur Standortqualität sei Niederösterreich unter 1.200 Regionen mit fünf Standorten unter den Top 20 zu finden.

BOKU-Rektor Hubert Dürrstein sprach von einer Riesenchance auch für die BOKU. Die Universitäten seien heute gefordert, sich zu positionieren. Er verwies darauf, dass die Bodenkultur mit ihren Fachgebieten gut in Forschungsprogramme eingebunden sei. Der wesentliche Ansatzpunkt für Tulln sei das IFA mit seiner "Erfolgsgeschichte". Nach den Worten von ARCS-Geschäftsführer Erich Gornik werde sich Tulln zum Zentrum für "grüne" Biotechnologie entwickeln. Der Vienna Region insgesamt werde das Potenzial als eine der europäischen Zukunftsregionen attestiert.

Pröll und auch Tullns Bürgermeister Willi Stift (V) führten die Standortvorteile der Stadt an der Donau an: Dazu zähle die gute Verkehrsanbindung (an die S5 und Westautobahn), die Franz-Josephs-Bahn (20 Minuten von Wien) und auch die Wasserstraße. (APA)

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