FH Wien startet Relaunch: Mehr Durchlässigkeit und Internationalität

14. Juli 2005, 14:12
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Bis 2007 Neubau eines Fachhochschulzentrums geplant - Kritik an mangelnder Unterstützung durch die Stadt Wien

Wien - Die FH Wien nimmt eine Neupositionierung vor. Eckpfeiler sollen eine stärkere Betonung der internationalen Ausrichtung, die Erhöhung der Durchlässigkeit für Nicht-Maturanten und der Neubau eines modernen Fachhochschulzentrums am Bildungscampus der Wiener Wirtschaftskammer am Währinger Gürtel bis 2007 sein. Ziel sei, zur attraktivsten Fachhochschule (FH) für Management und Kommunikation zu werden, betonte Geschäftsführer Stefan Krammer bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien.

Die FH Wien betreibt die acht Studiengänge "Finanz-, Rechnungs- & Steuerwesen", "Immobilienwirtschaft", "Journalismus", "Kommunikationswirtschaft", "Marketing & Sales", "Tourismus-Management Modul", "Unternehmensführung" und "Wissensmanagement" sowie den derzeit auslaufenden technischen Studiengang "Produktions- & Automatisierungstechnik". Für die Studiengänge gebe es zwischen drei und zehn Bewerber pro Studienplatz, so Krammer. Nachfrage-"Hits" sind Tourismus-Management und Journalismus. Derzeit gibt es 1.900 Studierende, im Vollausbau in drei Jahren werden es 2.400 sein (derzeit sind einige Studiengänge erst im dritten Semester nach dem Start). Nach der Pionier- und Aufbauphase wolle man sich nun konsolidieren - daher strebe man aktiv keine neuen Studiengänge an, so Krammer.

Anteil der Studierenden ohne Matura soll erhöht werden

Von derzeit zwischen drei und fünf Prozent auf zehn Prozent erhöhen will die FH Wien den Anteil der Studierenden ohne Matura. Dafür werden in drei Modulen (Deutsch, Mathematik, Englisch) Vorbereitungskurse auf die Studienberechtigungsprüfung angeboten - Kostenpunkt: zwischen 200 und 300 Euro pro Modul. Ebenfalls auf zehn Prozent anwachsen soll die Quote jener Studenten, die ein Auslandssemester absolvieren.

Weitere Schritte zur Internationalisierung: Der Studiengang "Unternehmensführung" wird ab dem kommenden Wintersemester die Möglichkeit bieten, rund die Hälfte des Studiums auf Englisch zu absolvieren. Mittelfristig sollen mindestens 20 Prozent der Lehrveranstaltungen aller Studiengänge in englischer Sprache abgehalten werden. In Wahlfächern wie Russisch, Ungarisch und Tschechisch geht es neben Spracherwerb auch um die Vermittlung wirtschaftskultureller Aspekte durch Exkursionen und Projekte.

Kritik an fehlender Unterstützung durch die Stadt Wien

Nicht zufrieden ist Krammer mit der Unterstützung der FHs durch die Stadt Wien. Diese stelle für die kommenden fünf Jahre nur 15 Mio. Euro für die fünf Wiener FHs zur Verfügung - ein "Tropfen auf den heißen Stein", so Krammer. In anderen Bundesländern werde dagegen der Bundeszuschuss von rund 5.800 Euro jährlich pro Student verdoppelt. In Wien werde allerdings offenbar der Bedarf an Unterstützung von der Stadtpolitik nicht gesehen - dabei spiele wohl die Rolle Wiens als großer Universitätsstandort eine Rolle. (APA)

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