Innsbrucker Forscher untersuchen Eisrückgang am Kilimandscharo

5. März 2005, 10:00
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Zusammenarbeit mit US-Forschern der University of Massachusetts - Messungen direkt am Gletscher nötig

Innsbruck - In Zusammenarbeit mit der University of Massachusetts führt die Tropical Glaciology Group des Instituts für Geografie der Universität Innsbruck derzeit ein Klimaforschungsprojekt am höchsten Berg Afrikas durch. Ziel ist es, den seit 1880 andauernden Gletscherrückgang am Kibo, dem vergletscherten Gipfel des Kilimandscharo-Gebirges, im Blickwinkel des globalen Klimawandels zu untersuchen.

Untersucht werden die lokalen Klimaverhältnisse im Bereich der Kibo-Gletscher, sowie der Zusammenhang zum großräumigen Klima der Tropen. Für den so genannten "Microscale", seien Messungen direkt am Gletscher nötig. Die Innsbrucker Forschergruppe um Univ.-Prof. Georg Kaser habe dafür mehrere automatische Wetterstationen im Einsatz, die gemeinsam mit der University of Massachusetts betrieben werden. Eine dieser Stationen ist seit Februar 2000 am nördlichen Eisfeld auf 5.794 Metern Höhe in Betrieb. In einer von Ende Jänner bis Mitte Februar 2005 dauernden Feldexpedition wurde das Messnetz um zwei automatische Wetterstationen erweitert.

Eine neue Station auf 5.760 Metern messe die Verhältnisse vor einem der zahlreichen vertikalen "Eiskliffs" am Kibo, die zweite wurde im oberen, steilen Teil des Kersten-Gletschers am Südhang auf 5.830 Metern platziert. Beide Stationen registrieren Werte wie Lufttemperatur und -feuchte, Windgeschwindigkeit und - richtung, aber auch speziellere Größen wie z.B. kurz- und langwellige Strahlungsflüsse. Alle Daten werden auf einem Datenlogger gespeichert und müssen nach einer gewissen Zeit auf eine externe Festplatte übertragen werden.

Verknüpfung zwischen lokalem und großräumigem Klima

Beim "Mesoscale", wird die Verknüpfung des lokalen Klimas am Kilimandscharo mit dem großräumigen tropischen Klima untersucht. Dies geschehe anhand Simulationen mit einem Atmosphärenmodell, welche in Zusammenarbeit mit dem Institut für Meteorologie der Uni Innsbruck erfolgen. Bisherige Ergebnisse zeigten, dass vor allem Niederschlagshäufigkeit und -menge sowie der Luftfeuchtigkeitstransport vom Indischen Ozean den Massenhaushalt der Gletscher beeinflussen. Die Lufttemperatur hingegen habe einen geringen Einfluss. (APA)

Links

Universität Innsbruck/ Institut für Geographie: Tropical Glaciology Group: Kilimanjaro Glaciers

University of Massachusetts

  • Der Kilimandscharo ist 5895 Meter hoch und liegt in Tansania und nicht, wie oft fälschlich angenommen, in Kenia.
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    Der Kilimandscharo ist 5895 Meter hoch und liegt in Tansania und nicht, wie oft fälschlich angenommen, in Kenia.

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