Telefon-Worte statt Zahlen-Salat

1. März 2005, 12:45
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Wäre es nicht praktisch, wenn man im Notfall den Aufsperrdienst unter 0800aufsperren erreichen könnte? Vanity-Nummern machen's möglich

"In den USA sind sie ein alter Hut", sagt Gernot Erber. "Doch es besteht Hoffnung, dass sich der dahinter stehende Service-Gedanke auch in Österreich durchsetzt." Seit einigen Jahren handelt der rührige Steirer, der, wie er sagt, ein fast erotisches Verhältnis zu Telefonnummern hat, mit so genannten Vanity-Nummern.

"1-800-flowers"

Das sind Telefonnummern, bei denen man sich nicht die Ziffern, sondern die auf den entsprechenden Tasten stehenden Buchstaben merkt. Eines der bekanntesten Beispiele: die Gratisnummer 1-800-flowers des gleichnamigen landesweit agierenden amerikanischen Blumenversands.

Es geht ums Geschäft

"Es geht bei den Nummern um die Merk- und Einfallsfähigkeit. 1-800-flowers lässt sich nun einmal leichter memorieren als 1-800-3569377", erklärt Erber. "Doch in erster Linie geht es ums Geschäft. Ein paar Mal gehört oder gelesen, hat der Konsument die Nummer irgendwann einmal parat und wird bei Bedarf zum Hörer greifen."

Für Gerber sind Vanity-Nummern in erster Linie eine Marketing-Angelegenheit. Mit einer Gratisnummer verbunden signalisierten sie: "Lieber Kunde, ruf mich an, ich will etwas für dich tun." Ein in Österreich eher unterwickelter Gedanke. Dabei gibt es durchaus schon an die 600 Unternehmen in Österreich, die die Vanity-Idee für ihre Zwecke einsetzen. Zum Beispiel 0800rauchen, hinter der sich die Anti-Rauch-Company des Bestellerautors Allan Carr verbirgt. Oder 0800vanity.

Die Voraussetzungen

Voraussetzung für eine Vanity-Nummer ist, dass der Begriff mindestens sechs Stellen umfasst, 0800taxi zum Beispiel ist nicht möglich. "Das Ganze hat natürlich Engpässe", gibt Erber zu. Eine Nummer kann nur einmalig vergeben werden, auch wenn sie verschiedene Ausdrücke ergeben kann.

In Deutschland sind bereits mehr als 30 Prozent aller neu beantragten Gratisnummern Vanity-Nummern. Erber optimistisch: "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie in ein paar Jahren auch in Österreich Wirkung zeigen."(Karin Tzschentke/DER STANDARD, Printausgabe vom 1.3.2005)

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