Das Tor zum Eurogate ist geöffnet

20. März 2006, 20:46
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Der städtebauliche Wettbewerb für den Großteil des Stadt­entwicklungsgebietes Aspanggründe ist entschieden

Das "Eurogate" im 3. Bezirk soll nach den Plänen von Albert Wimmer - und dem Team Ganahl/Ifsitz/Larch gestaltet werden.

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Wien - Die Entscheidung für einen der attraktivsten innerstädtischen Bauplätze der nächsten Jahre ist gefallen - 20 Hektar, relativ nahe dem Zentrum, Anschluss an die Schnellbahn und bald auch an die U-Bahn, und überdies liegt das Gelände gleichzeitig quasi auf halbem Wege von der City zum Flughafen: Die ehemaligen Aspanggründe zwischen Landstraßer Hauptstraße und Rennweg sollen zum neuen Stadtteil "Eurogate" werden.

Montag wurde das Siegerprojekt des städtebaulichen Wettbewerbes von Planungsstadtrat Rudolf Schicker und Werner Faymann (beide SP) präsentiert: Architekt Albert Wimmer hatte mit seinem offenen, klar strukturierten Entwurf überzeugt, der vor allem auch auf die lokale Topographie präzise eingegangen war.

Junges Team

Einen weiteren Teil des Projektes soll das junge Architektenteam Ganahl/Ifsitz/Larch gestalten: Den Eckbau an der Kreuzung Landstraßer Hauptstraße/Rennweg; jener Block, in den auch die künftige U-Bahnstation der U2-Verlängerung integriert werden soll.

Begonnen hatte die Diskussion um den ehemaligen Frachtenbahnhof "vor sechs, sieben Jahren - als ein großer Wurf von Sir Norman Foster präsentiert wurde", wie Schicker erinnerte.

Teile von Fosters Plänen seien erhalten geblieben, so Wimmer am Montag. Insbesondere das "bestechende" dynamische Konzept, das in Stufen realisiert werden könne. Auch der grüne Park im Zentrum bleibt erhalten - allerdings "ohne der großen Wasserfläche, wir haben es schließlich nicht mit einer Ebene zu tun", erläuterte Wimmer. Sprich: Es wird kein Versuch unternommen, den von Foster auf steilem Gelände eingeplanten schiefen Teich zu realisieren.

Integrierte Schräglage Dafür integrierte Wimmer die gen Süden ansteigende Schräglage für die Planungen der Wohnbauten: Sie sollen nach Norden hin höhere, offenere Entrees und Geschäftsräume erhalten. Damit auf der Rückseite die Wohnungen ein Stockwerk höher beginnend eine sonnigere Südqualität bekommen können. Dazu kommen noch Geschäfte, Büros sowie eine Schule.

Entscheidend war aber, dass Wimmer seine Bauten zu den bereits bestehenden Wohnblöcken hin öffnete und nicht abriegelte. Diese zum Park hin einladende Geste wurde vor allem von den zwei Anrainervertretern in der Jury unter Kunibert Wachten massiv unterstützt.

Erinnerung

Für Schicker war weiters wichtig, dass Elemente wie eine Erinnerung für die Deportationen vom Aspangbahnhof aus im Projekt ermöglicht sind. Laut Faymann sei noch nicht endgültig geklärt, ob 1600 oder 1800 Wohnungen errichtet werden. Die Wohnbauförderung werde rund 70 Millionen Euro betragen - in etwa ein Drittel der geplanten Gesamtinvestition. Der Baubeginn könne laut Faymann 2008 erfolgen, die ersten Wohnungen wären dann 2010/11 beziehbar, was wiederum zu den U-Bahnplänen passe - die U2 soll ab 2012 das Gebiet erschließen.

Für den letzten Teil der insgesamt 28 Hektar großen Aspanggründe - dem Abschnitt direkt am Landstraßer Gürtel - laufen derzeit noch die Planungen bei der Bundes Immobiliengesellschaft. Grundsätzlich wären in diesem Bauteil dann auch Hochhausbauten im Masterplan vorgesehen. (DER STANDARD – Printausgabe, 01.03.2005)

Von Roman David-Freihsl

Eurogate

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    graphik: der standard-print
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