Barocke Ausdruckskunst in der Kammeroper

28. Februar 2005, 19:53
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In diesem Sittengemälde wechseln sich Jagdszenen, visualisierte Wolken-, Meeres- und Waldreminiszenzen mit allegorischen Amoretten ab

Am Ende des dritten Aktes der Barockoper von John Blow, "Venus und Adonis", in der Pietà-Szene, wenn also Adonis in den Armen von Venus stirbt, schneit es wieder mal. Überhaupt spielt die mythische Handlung der "Masque for the Entertainment of the King", ergänzt mit Henry Purcells "Song To Welcome Home His Majesty From Windsor", viel im Freien. In diesem Sittengemälde vom Hofe des Königs Karl II. wechseln sich Jagdszenen, visualisierte Wolken-, Meeres- und Waldreminiszenzen mit allegorischen Amoretten ab. Auf kleinstem Raum können Daniel Angermayr und Thomas George (Regie und Ausstattung) somit eine Vielfalt von Stimmungen und Szenen voll emotionaler Eindringlichkeit herstellen. Luzine Azaryan als Venus gibt ihren Arien expressiv. Daniel Schmutzhard als Adonis sind effektvolle Nummern vorbehalten.

Max Riebl ist Cupido, er besingt mit seinem Knabensopran die Kraft der Liebe. Dirigent Bernhard Klebel dramatisiert mit dem auf Barockinstrumenten spielenden Orchester der Wiener Kammeroper die innige Ausdruckskunst der Blow'schen Musik. Vor allem in den instrumentalen Zwischenspielen vermag er gegensätzliche Gefühle und Situationen elegant zu konzentrieren. (henn/DER STANDARD, Printausgabe, 01.03.2005)

Kammeroper
01/512 01 00-77
19:30 Uhr
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