Sörensen zu KV-Konflikt: "Offene Punkte rasch klären"

28. Februar 2005, 20:17
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Neuerliche Gesprächsrunde noch diese Woche - AUA rechnet nicht mit echten Störungen durch Betriebsversammlung heute ab 16 Uhr

Wien - AUA-Vorstandsvorsitzender Vagn Sörensen will die offenen Punkte im bereits beschlossenen gemeinsamen Kollektivvertrag (KV) für Piloten und Flugbegleiter von Austrian und Lauda Air "rasch klären", wie er bei der Bilanz-Pressekonferenz der AUA am Montag in Wien sagte. Für die nächsten Tage sei ein neuerliches Gespräch mit den Belegschaftsvertretern vereinbart. Ein laut gut informierten Kreisen für Donnerstag vereinbarter Termin wurde offiziell nicht bestätigt, noch in dieser Woche werde aber wieder verhandelt.

"Mit gutem Willen und konstruktivem Zugang" werde es gelingen, zu einer Lösung zu kommen, sagte Sörensen heute. Es gebe teils Interpretationsunterschiede, teils habe sich die Umsetzung mancher Punkte "systembedingt" verzögert.

Versammlung des fliegenden Personals

Heute Nachmittag ab 16 Uhr versammeln sich wieder Vertreter des fliegenden Personals von Austrian und Lauda Air zu einer Betriebsversammlung am Flughafen Wien. Der Betriebsrat will die Mitarbeiter über offene Punkte bei der Umsetzung der Vereinbarungen vom August 2004 informieren, aus seiner Sicht ist der Vorstand in mehreren Punkten säumig.

Die Dauer der Veranstaltung ist offen. Störungen des Flugbetriebs sind bei der als "Informationsveranstaltung" deklarierten Versammlung nicht geplant, wurden im Vorfeld aber auch nicht dezidiert ausgeschlossen: "Je mehr Mitarbeiter sich informieren wollen, desto länger wird es dauern", sagte der stellvertretende Betriebsrats-Vorsitzende Karl Minhard am Montag zur APA.

Die AUA geht davon aus, dass es wie bei der Betriebsversammlung vor zwei Wochen zu keinen echten Störungen im Flugbetrieb kommen wird. Ersatzmannschaften seien daher nicht angemietet worden. Man rechne mit dem "gleichen Verantwortungsgefühl" des Personals, das es auch professionell an Bord unter Beweis stelle, sagte ein AUA-Sprecher. Zwischen 16 und 18 Uhr sind elf Abflüge aus Wien vorgesehen, zwischen 19.30 und 20.30 Uhr kommen weitere zehn Starts der AUA-Gesellschaften dazu.

"Schleppende Umsetzung"

Bereits am 14. Februar hatten sich rund 400 Mitarbeiter von Austrian/Lauda bei einer Betriebsversammlung über den Stand der Dinge informiert. Es gab nur vereinzelt kürzere Verspätungen, drei Langstreckenflüge wurden vorsichtshalber in den Nachmittag verlegt. Zeitgleich hatte auch das Tyrolean-Personal eine Betriebsversammlung abgehalten.

Der Betriebsrat kritisiert die "schleppende Umsetzung" von Bestimmungen aus dem im August 2004 nach fast zwei Jahren Konflikt vereinbarten Kollektivvertrag (KV) für das fliegende Personal von Austrian und Lauda Air, deren Flugbetrieb damit zusammengeführt wurde. Davon sind insgesamt rund 3.000 Piloten und Flugbegleiter betroffen. (APA)

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