Computer = Grantgarant

18. Oktober 2005, 13:10
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Die Abhängigkeit vom Blechtrottel kann manchmal ganz schön nerven, beklagt sich grruch

Ich geb's ja zu! Meine Beziehung zum Computer gestaltet sich sehr ambivalent. Es ist eine Hass-Liebe, die möglicherweise in meiner Abhängigkeit zu diesem Apparat mit künstlicher Intelligenz begründet liegt, der zu oft - so meine ich - ein Eigenleben führt und sich dann absolut nicht darum schert, wie es mir geht, was ich gerade brauche und ob ich unter Zeitdruck stehe.

Denn während ich täglich auf ihn angewiesen bin, ja mein Überleben in seinen nicht vorhandenen Händen liegt - immerhin ist meine Erwerbsarbeit an ihn gekoppelt - pfeift er mir was. Im wahrsten Sinne. Denn alleine seine Lautgebarung kann mich auf die Palme bringen. Geräusche wie Rattern, Knattern, Summen, Schnurren und Piepsen sind besonders dann schwer zu ignorieren, wenn ich nur will, dass er ruhig, brav und schnell ohne Spontanadeln das tun soll, wozu ich ihn auffordere. "Gusch and go" sozusagen.

Aber als ob er mich provozieren wolle, macht er genau in diesen Momenten was er will, manchmal nämlich so gut wie nichts. Ich starte - sagen wir - das zehnte Explorer-Fenster, es knistert und gluckert und dann zeigt er mir diese kleine Sanduhr auf dem Monitor: minutenlang. Ich starre auf den Bildschirm, zuerst gelassen, dann immer ungeduldiger, klopfe mit den Fingern auf die Tischplatte, wetze auf dem Sessel hin und her - nichts. Noch immer diese blöde Uhr - wie eine altmodische Eieruhr sieht sie aus - ja, ich könnte tatsächlich Eier legen, so lange dauert das und nichts passiert. Genau dann, wenn ich viel Arbeit habe und wenig Zeit, macht er sozusagen "Ätsch, die Zeit rinnt dir davon, haha!".

Du A...h, fluche ich! Verdammt, tu weiter! Na warte, jetzt vernichte ich dein Werk und ich drücke Strg+Alt+Enf, um dieses Fenster, das noch nicht mal aufgegangen ist, zu schließen. Aber wieder "Ätsch!", er schließt nicht und gar nichts geht mehr. Okay, dann eben die Radikallösung! Runterfahren, weg mit dir! Neustart... knatter, knatter, ratter, ratter... Jetzt regt er sich wieder auf, dieser Trottel aus Blech. Dabei ist er gar nicht krank, nur halt nicht mehr der Jüngste.

Vielleicht sollte ich ihn besänftigen, ihm gut zureden und mich selbst in Geduld üben. Aber - ehrlich gesagt - am liebsten würde ich zum Hammer greifen und ... knirscht verzweifelt Ihr grruch.

Eine Grantkolumne
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