Kursänderung der USA im Atomkonflikt mit Iran möglich

28. Februar 2005, 13:06
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Medien: Aber noch keine Entscheidung gefallen

Washington - Die USA stehen nach US-Medienberichten möglicherweise vor einer Änderung ihrer Haltung im Atomkonflikt mit dem Iran. Wie die "New York Times" am Montag unter Berufung auf Angaben europäischer und amerikanischer Beamter schrieb, ist die US-Regierung bereit, einen Vorschlag Deutschlands, Frankreich und Großbritannien zu prüfen, der als Gegenleistung für einen Verzicht auf Atomwaffen Handelsvorteile vorsieht.

Ähnliches berichtete auch die "Washington Post" unter Bezug auf namentlich nicht genannte hohe US-Beamte. Eine Entscheidung der US-Regierung sei jedoch noch nicht gefallen, schrieben beide Blätter übereinstimmend. Bisher hatten die USA darauf gepocht, dass der Iran ohne ausländische Zugeständnisse auf die Entwicklung von Atomwaffen verzichten müsse.

Präsident George W. Bush sei im Anschluss an seine Europareise mit seinen wichtigsten außenpolitischen Beratern zusammengekommen, um die europäische Vorstellungen in dieser Frage zu erörtern. Vor allem der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder, der französische Präsident Jacques Chirac und der britische Premierminister Tony Blair hätten sich für wirtschaftliche Anreize als Gegenleistung für einen Verzicht des Iran auf ein Atomwaffenprogramm stark gemacht.

Weitere Diskussionen sollten möglicherweise noch in dieser Woche stattfinden. Dem Weißen Haus sei aber an einer schnellen Entscheidung gelegen, schrieb die "Washington Post" weiter. Aus Sicht der USA solle so auch den wieder verbesserten transatlantischen Beziehungen Rechnung getragen werden. (APA/dpa)

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