500 Tage in der Konservenbüchse

27. Februar 2005, 16:56
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Russland übt den Mars-Flug: Sechs Freiwillige für Simulation gesucht

Moskau - Es klingt nach durchgeknallter Reality-Show, soll aber der Wissenschaft dienen: Russische Wissenschafter wollen in Kürze sechs Freiwillige für 500 Tage auf engstem Raum zusammensperren, um einen Flug zum Mars zu simulieren. Im März werde die Finanzierung des Projekts eingeleitet, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Sonntag mit. In einem Raumschiffmodell sollen die Männer einen simulierten Flug zum Nachbarplaneten der Erde überstehen.

Fast zwei Jahre lang werden die Testpersonen in einem Labor, einer Küche und einem Schlafraum ohne direkten Kontakt zur Außenwelt durchhalten müssen. Mit dem Experiment sollen Auswirkungen auf das Knochensystem, Änderungen des Immunsystems sowie die Entwicklung der Psyche erforscht werden. Das Projekt war in den vergangenen Jahren mehrfach verschoben worden, nun soll "Mars-500" Anfang 2006 gestartet werden. Die Auswahl der Testpersonen ist ab Sommer geplant.

Keine Kosmonautinnen: "Frauen zu zart besaitet"

Während sich Europäer, Amerikaner und Japaner einen Wettlauf im All um die kühnsten unbemannten Sondenflüge liefern, träumen die Russen weiter von neuen Zielen für die bemannte Raumfahrt. Kosmonautinnen sind als Besatzungen für einen realen oder simulierten Flug zum Mars nicht vorgesehen. Für solche Abenteuer seien Frauen zu zart besaitet, meinte der Direktor des Instituts für medizinisch-biologische Forschung, Anatoli Grigorjew, in Moskau. (APA/dpa)

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