Leistungsorientiert, teamfähig, kontaktfreudig, belastbar

3. Jänner 2007, 12:02
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So soll der Nachwuchs in der Öffentlichkeits­arbeit sein - Ein abgeschlossenes Studium wird immer häufiger verlangt - Mit Infografik

Formal ist der Berufszugang in die Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit weit gehend offen. Wer solche Fachkräfte sucht, verlangt von ihnen heute aber überwiegend ein abgeschlossenes Studium, eine einschlägige Ausbildung und Praxis. Sozialkompetenzen sind ebenfalls ins Zentrum gerückt.

Das sind die Ergebnisse einer ikp-Studie zum aktuellen Berufsbild in Österreich und Deutschland. Basis waren Stellenanzeigen in prmagazin, Journalist, Horizont Austria, Der österreichische Journalist und im STANDARD.

Inhaltsanalytisch wurden dabei Jobinserate von Jänner 1993 bis Dezember 2004 und von Juli 2002 bis Juni 2004 untersucht.

Am deutlichsten sind demnach die Erwartungen hinsichtlich Sprach- und Sozialkompetenzen gestiegen. Mindestens eine Fremdsprache ist quasi Bedingung. Als wichtigstes Einstiegskriterium in den Beruf gilt nach wie vor praktische Erfahrung (1994: 59 Prozent, 2004: 67 Prozent). Vor zehn Jahren rangierte dahinter journalistische Praxis (44 Prozent) oder spezifische Branchenerfahrung (44 Prozent). Heute sind ein abgeschlossenes Studium (52 Prozent) und Englischkenntnisse (45 Prozent) mindestens genau so wichtig.

Vor zehn Jahren waren fertiges Studium und PR-Ausbildung nur in rund 30 Prozent der Jobinserate gefragt. Die Studienrichtung spiele eine untergeordnete Rolle, so die Studienautoren Günther Brandstetter und Peter Höschinger. Die Nachfrage nach Absolventinnen und Absolventen der Kommunikationswissenschaft sei aber gestiegen (1994: fünf Prozent, 2004: 17 Prozent). Universitätslehrgänge waren 1994 in acht Prozent der Stellenangebote gefragt, 2004 in 13 Prozent.

Versierter Umgang mit neuen Technologien und Vermittlungskompetenz werden der Untersuchung zufolge immer wichtiger und gehören quasi zur "Grundausstattung" für eine erfolgreiche Bewerbung.

Bei den Erwartungen an "journalistische Praxis" konnten die Autoren deutliche Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich ausmachen: 58 Prozent wollten das in deutschen Inseraten, nur 17 Prozent in österreichischen. Deutsche Unternehmen legen auch noch mehr Wert auf akademische Abschlüsse.

Das ideale Profil lautet demnach: teamfähig, kontaktfreudig und kommunikationsstark, engagiert, flexibel und belastbar. Leistungsorientierung wird in 63 Prozent verlangt, soziale Kompetenz in 61 Prozent. (kbau/DER STANDARD, Printausgabe)

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    Teamarbeit etwas anders: Auf dem ersten "Conference Bike" der Welt demonstrieren diese Herren bei der Kölner Messe im Jahr 1999 Teamarbeit.

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