NÖ Landwirtschaftskammer-Wahl: Bauernbund erreicht 91,23 Prozent

27. Februar 2005, 19:38
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SP-Bauern schafften Einzug - Freiheitliche Bauernschaft nicht mehr vertreten

St. Pölten - Bei der NÖ Landwirtschaftskammerwahl gab es am Sonntagabend einige Verwirrung um das Ergebnis: Entgegen dem ersten von der Wahlbehörde bekannt gegeben vorläufigen Resultat haben die Sozialdemokratischen Bauern doch die Fünf-Prozent-Hürde übersprungen und damit den Wiedereinzug in die Vollversammlung der NÖ Landwirtschaftskammer geschafft. Der neue Mandatsstand lautet demnach: 33 Bauernbund, drei SPÖ-Bauern.

Laut dem korrigierten vorläufigen Ergebnis erreichte der Bauernbund 91,23 Prozent. Das bedeutet ein Plus von 2,09 Prozentpunkten. Die Freiheitliche Bauernschaft wurde nahezu halbiert: 2,94 Prozent entsprechen einem Minus von 2,43 Prozentpunkten. Die SP-Bauern kamen auf 5,15 Prozent (plus 0,39 Prozentpunkte), die Grünen auf 0,68 Prozent (minus 0,05 Prozentpunkte).

Über eine "ganz unvorstellbare Zustimmung" von 91,23 Prozent für den Bauernbund freute sich Spitzenkandidat Abg. Hermann Schultes. Das Resultat zeige die Geschlossenheit der Bauernschaft. Dem vorläufigen Ergebnis zufolge legte der Bauernbund damit gegenüber der NÖ Landwirtschaftskammerwahl 2000 um 2,09 Prozentpunkte und ein Mandat - auf nun 33 von 36 Sitzen - zu. Lang anhaltenden Applaus gab es in der VPNÖ-Zentrale in St. Pölten für den scheidenden Präsidenten Rudolf Schwarzböck, der nicht mehr kandidiert hatte.

Für VPNÖ-Landesparteiobmann LH Erwin Pröll zeigt das Ergebnis, dass jemand, der ständig bei den Menschen sei und tagtäglich für sie arbeite, Erfolg hat. Das stimme ihn, so Pröll, auch "äußerst zuversichtlich" für die NÖ Gemeinderatswahlen am kommenden Sonntag, dem 6. März. Dies deshalb, weil die VP-Mandatare auf Gemeindeebene diesen Einsatz auf Gemeindeebene ebenso praktizieren wie die Funktionäre des Bauernbundes.

"In der Demokratie hat der Wähler das Wort", stellte Pröll zur klaren Mehrheit für den Bauernbund fest, die aber nicht übermütig machen werde. Der Wähler habe dem Bauernbund dieses Zeugnis ausgestellt, "weil wir gut gearbeitet haben." Persönlich sieht sich Pröll auch in seinem Bemühen gestärkt, die Biospritanlage nach Niederösterreich zu holen: "Bauernanliegen sind Landesanliegen."

Landwirtschaftsminister Josef Pröll freute sich über den Erfolg des NÖ Bauernbundes - seine engste politische Heimat. Ein Mal mehr habe sich gezeigt, dass "jene politischen Kräfte, die Jahre lang für die Bauern im Einsatz waren und sind, reiche Ernte einfahren durften." Zugleich sei das Ergebnis eine Absage an jene Kräfte, die mit schwersten Untergriffen versucht hätten, die agrarpolitische Entwicklung zu destabilisieren, meinte Josef Pröll in Anspielung auf den freiheitlichen Wahlkampf unter dem Motto "Raus aus dem Saustall EU". Die Bauernschaft habe gewusst, zwischen Seriosität und Panikmache zu unterscheiden: "Das Vertrauen wurde dementsprechend verteilt. Mit der Stärkung des Niederösterreichischen Bauernbundes kann die erfolgreiche Arbeit für die Bäuerinnen und Bauern, sowie den ländlichen Raum insgesamt, weiter geführt werden", so der Minister.

In Reaktion auf das Wahlergebnis sprach VPNÖ-Landesgeschäftsführer LAbg. Gerhard Karner von einem "Bankrott für die Freiheitlichen" und einer "Blamage für die Grünen". Die mageren fünf Prozent für die SPÖ-Bauern bezeichnete Karner als "peinlich".

Die Wahlbeteiligung lag mit knapp 68 Prozent rund zehn Prozent unter jener des Urnenganges im Jahr 2000. Allerdings wurde dies beim Bauernbund auch auf das unleidliche Wetter - am Vormittag schneite es weit verbreitet - zurück geführt.

(APA)

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