Kardinal schließt Rücktritt des Pontifex nicht aus

27. Februar 2005, 15:06
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Atemkanüle von Papst muss etwa einen Monat bleiben - Klinikaufenthalt von Johannes Paul II. wird "nicht kurz"

Rom - Papst Johannes Paul II. wird einem Experten zufolge wohl noch einen Monat lang eine Atemkanüle behalten und noch längere Zeit in der Klinik bleiben müssen. Die nach dem Luftröhrenschnitt gesetzte Kanüle könne "in einigen Wochen, wohl in einem Monat" entfernt werden, sagte Giancarlo Cianfrone, Medizinprofessor an der Universität Rom, der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" vom Sonntag. "Der Klinikaufenthalt wird nicht kurz sein." Parkinson-Patienten mit Herz-Kreislauf-Komplikationen wie Johannes Paul II. müssten mit einer längeren Genesungszeit rechnen. "Niemand kann davon träumen, den Papst jetzt aus dem Krankenhaus zu entlassen."

Der 84-Jährige werde aber wohl bald wieder sprechen können, sagte der Hals-Nasen-Ohren-Arzt weiter. Patienten würden nach einem derartigen Eingriff normalerweise nach ein oder zwei Tagen zu sprechen beginnen. Beim geschwächten Papst werde dies allerdings vermutlich etwas länger dauern.

Rücktritt des Pontifex nicht ausgeschlossen

Der australische Kardinal George Pell schloss indes einen Rücktritt des Papstes für den Fall einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes nicht aus. Johannes Paul II. sei "schwer krank", sagte Pell am Sonntag. Nachdem sein Gesundheitszustand schon in den vergangenen Jahren nicht gut gewesen sei, habe er sich jetzt weiter verschlechtert. "Wir wissen nicht, wie die Prognose lautet", sagte er den Gläubigen in einer Messe in Sydney. (APA/AP)

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