Israel setzt Übergabe von palästinensischen Städten aus

27. Februar 2005, 19:30
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Reaktion auf Anschlag in Tel Aviv - widersprüchliche Angaben über Hintermänner des Anschlags

Jerusalem - Israel setzt als Reaktion auf den Selbstmordanschlag in Tel Aviv die schon vereinbarte Übergabe der Verantwortung für die Sicherheit mehrerer Städte im Westjordanland an die Palästinenser aus, wie der israelische Armeerundfunk am Samstag berichtete. Bei dem Anschlag waren vier Israelis und der Attentäter getötet worden.

Über die Hintermänner des Anschlags gab es weiterhin widersprüchliche Informationen. Die Führung der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Jihad dementierte ein Bekenntnis einer ihrer Zellen im Westjordanland. Möglicherweise hat es sich um ein Störmanöver der im Libanon ansässigen Hisbollah-Miliz gehandelt.

Vorwürfe gegen Syrien

Der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz hat Syrien eine Beteiligung an dem palästinensischen Selbstmordattentat vom Freitagabend unterstellt. "Wir haben Beweise, die Syrien direkt mit diesem Anschlag in Verbindung bringen", sagte Mofaz am Samstagabend im israelischen Militärradio. Eine unmittelbare Vergeltung deutete er am Samstag bei einer Sitzung des Sicherheitskabinetts aber nicht an. Israel werde in den kommenden Wochen diplomatisch in die Offensive gehen, hieß in einer Erklärung des Ministers.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas und der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hatten Anfang Februar eine Waffenruhe im Nahost-Konflikt verkündet. Israel setzte in diesem Zusammenhang mehrere vertrauensbildende Maßnahmen, darunter die Übergabe der Kontrolle mehrerer Städte im Westjordanland. (APA/AP)

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