"Es spielen wieder Elf gegen Elf"

27. Februar 2005, 20:03
18 Postings

Austria-Generalmanager Anton Polster glaubt trotz schwieriger Ausgangsposition an eine Chance heute im Rückspiel in Bilbao

Bilbao - Ohne Tor aus dem Heimspiel, aber mit einer gesunden Portion Optimismus reiste FK Austria Magna am Samstag ins Baskenland, wo am Sonntag im San Mames (18 Uhr/live Premiere) die Wiener und Athletic Bilbao den Achtelfinal-Gegner von Real Saragossa im Fußball-UEFA-Cup ermitteln. Die Rollen für das Rückspiel sind nach dem 0:0 vom Prater klar verteilt: Die Hausherren sind Favoriten, die Gäste Außenseiter. Das bedeutet aber keineswegs, dass die Violetten, denen ein 1:1 genügen würde, die Flinte ins Korn werfen.

"Unsere Chance lebt, es ist noch alles offen. Es spielen wieder Elf gegen Elf. Wir müssen uns etwas zutrauen, mutig nach vorne spielen und die Möglichkeiten, die wir auch dort vorfinden werden, nützen. Die Klasse dazu haben wir", beschwört Generalmanager Toni Polster seine Spieler, die in bisherig neun UEFA-Cup-Saisonspielen nur eine Niederlage (fünf Siege, drei Remis) und vier Tore (nicht mehr als eines pro Partie/insgesamt 11:4) kassierten, aber schon fünf Mal zu Null spielten. Der Grundstein zu einer Überraschung wird im Hexenkessel von Bilbao wieder in der Abwehr liegen.

Aussichten und Einschätzungen

"Wenn wir in der Defensive so gut stehen wie am Donnerstag, dann können wir es schaffen. Wir werden uns vom fanatischen Publikum nicht einschüchtern lassen und uns nicht fürchten, sondern dagegenhalten. Bilbao ist nicht übermächtig, muss gegen uns erst gewinnen", sagt Kapitän Ernst Dospel in selbstbewusstem Ton. Ivica Vastic fügte hinzu: "Noch ist alles drinnen, nur müssen wir solche Chancen wie im Hinspiel verwerten. Dass der Gegner hinten Probleme hat, haben wir in Wien gesehen."

Und Radoslav Gilewicz möchte sein in Wien verpasstes Tor in Bilbao nachholen. "Wir müssen die Leistung vom Hinspiel auch auswärts wiederholen. Man sollte uns noch nicht abschreiben", meinte der Stürmer, der heuer im UEFA-Cup schon zwei Mal getroffen hat.

"Wir werden sehr wohl auch auswärts zu Tormöglichkeiten kommen", glaubt der Steirer. Auch Spanien-Kenner Polster sieht den größeren Druck auf den Schultern des Favoriten. "Zu Hause ist man genötigt, gewinnen zu müssen." Das werde Athletic, so assistiert Sportmanager Günter Kronsteiner, dazu verleiten, das Spiel ein wenig zu öffnen. Dazu kommt, dass die Wiener nach neunwöchiger Winterpause gleich im ersten Bewerbspiel des Jahres die Ungewissheit und Unsicherheit in punkto Leistungsniveau abgeschüttelt haben.

Lars Söndergaard erhob das 0:0 im Nachhinein sogar zu seinem Wunschresultat. "Bilbao muss vor eigenem Publikum jetzt vorlegen. Uns würde ein Tor vielleicht schon genügen, denn wir haben in noch keinem Spiel zwei Treffer kassiert. Wenn wir ins Achtelfinale kommen, dann traue ich unseren Spieler auch zu, dass sie über Wasser gehen können".

Kaum Änderungen in der Formation

Personell dürfte es in den violetten Reihen keine großen Umstellung geben. "Es gibt keinen Grund und wenn, dann nur aus taktischen Überlegungen", ließ der Däne anklingen. Die Reise in den Süden machten 21 Spieler mit, nicht dabei sind Ersatz-Torhüter Safar (Schulter-Blessur), Neuerwerbung Petrous (im Europacup nicht spielberechtigt) und Ratajczyk (nicht im Kader).

Auf Seiten Bilbaos hat Trainer Ernesto Valverde, dessen Truppe daheim erst eine Liga-Niederlage erlitten hat, den im ersten Spiel gesperrt Tiko wieder zur Verfügung. Aber nicht nur deshalb dürfte es Änderungen geben. Kronsteiner: "Während unser Beobachtungen hat Athletic in jedem Spiel zumindest auf einer Position umgestellt." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Anton Polster kennt Spanien und glaubt: Da geht noch was.

Share if you care.