Frankreich ruft Rumänien zu mehr Loyalität zu Europa auf

27. Februar 2005, 12:37
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Barnier: "Erster Reflex" des Landes nach einem EU-Beitritt muss europäisch sein

Bukarest - Der französische Außenminister Michel Barnier hat Rumäniens Regierung zu mehr Loyalität zur Europäischen Union aufgerufen. Damit reagierte er auf die mehrfachen Ankündigungen des neuen rumänischen Staatspräsidenten Traian Basescu, dass er seine Außenpolitik auf eine "Achse Washington-London-Bukarest" stützen wolle.

Barnier sagte am Freitag bei einem offiziellen Besuch in Bukarest, diese "Achse" sei "gewissermaßen originell". Doch Rumäniens "erster Reflex" nach einem EU-Beitritt müsse "europäisch" sein, und zwar "kurz-, mittel- und langfristig", betonte der Gast aus Paris nach Angaben der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax.

Gegen gute Beziehungen zu den USA sei grundsätzlich nichts einzuwenden, denn schließlich sei auch Frankreich "einer der ältesten Verbündeten der Amerikaner". Auch die Zugehörigkeit zur EU verbiete keine Freundschaften "mit anderen". Rumäniens Außenminister Mihai Ungureanu sagte, Basescus Position sei "überinterpretiert" worden.

Barnier bekräftigte, dass Frankreich Rumäniens Weg in die EU unterstütze. Doch habe das Land bis dahin noch viel im Kampf gegen Korruption und zur Reform der Verwaltung und Justiz zu leisten, sagte Barnier. Rumänien will 2007 der EU beitreten. Der linksliberale Politiker Basescu ist seit November 2004 Staatspräsident. Rumänien gehört zur US-geführten "Koalition der Willigen" im Irak. (APA/dpa)

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