Patient "Feldhase": Untersuchung in Madrid

28. Februar 2005, 12:35
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"Albertina trägt alleinige Verantwortung"

Wien - Nicht nur Dürers Feldhase ist bereits im Museo del Prado, auch die Betenden Hände hat Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder ohne Zustimmung des Bundesdenkmalamts nach Madrid abtransportieren lassen. Ob die Ausstellung am 8. März, wie geplant, eröffnet werden kann, ist aber weiterhin unklar: Das Bildungsministerium hat den negativen Ausfuhrbescheid, gegen den Schröder Berufung einlegte, nicht aufgehoben, aber die delikate Angelegenheit an die Erstinstanz, eben das Denkmalamt, zur weiteren Prüfung zurückverwiesen.

Spezialisten reisen nun nach Spanien, um nachzuholen, was in Wien unmöglich war: die Prüfung der Ausstellungsfähigkeit der hoch empfindlichen Arbeiten auf stockfleckigem Papier - und der konservatorischen Rahmenbedingungen. Anfang kommender Woche soll das Ergebnis vorliegen. "In der Frage des Verleihs der Dürer-Grafiken sind einzig die fachlichen Gutachten entscheidend", heißt es in einer Aussendung des Ministeriums. "Für den voreiligen Transport der Kunstwerke nach Madrid trägt die Albertina die alleinige Verantwortung."

1971 erstellte das Denkmalamt eine Liste von Kunstwerken, die auch zu Ausstellungszwecken nicht ausgeführt werden dürfen. Auf dieser befinden sich auch Dürers Hauptwerke. (trenk, APA/ DER STANDARD, Printausgabe, 26./27.02.2005)

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