Geglückter Imagewandel des Wien Museums

25. Februar 2005, 20:45
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Direktor Wolfgang Kos würde gerne ins Künstlerhaus expandieren

Der Relaunch des Historischen Museums, das sich jetzt Wien Museum nennt, hat bereits Auswirkungen gezeigt: Die Zahl der Besucher stieg im Vorjahr um gut 25 Prozent - von 284.292 auf 354.851. Nicht nur ob der Ausstellung Magische Orte in der Hermesvilla, sondern auch im Haupthaus am Karlsplatz. Einen vollen Erfolg landete Direktor Wolfgang Kos zudem mit Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war im Künstlerhaus, die "nicht mit großen Namen wachelt, sondern endlich wieder eine stadt- und kulturhistorische Schau ist und das Mission Statement des Museums illustriert": Seit der Eröffnung am 25. November wurden mehr als 40.000 Besucher gezählt.

Die Ausstellung unterstreicht damit auch die Bedeutung des Künstlerhauses: Kos würde sich am liebsten auf Dauer einmieten, um im gesamten ersten Stock die spannende Phase, in der Wien zur Metropole wurde, darzustellen. Denn im Hauptgebäude ist für die Gründerzeit kaum Platz: "Ich finde es skandalös, dass der Beginn der Moderne nicht wirklich adäquat präsentiert werden kann. Dabei haben wir gerade zu diesem vielschichtigen Thema die stärksten Sammlungsbestände."

Laut Peter Bogner, dem Geschäftsführer des Künstlerhauses, würde man die Räumlichkeiten gerne teilen. Auch die Hallen im Erdgeschoß könnte Kos bei Bedarf bekommen - zum Beispiel für das spannende Projekt Die Großstadt und die Nacht. Doch Kos hat nicht die Mittel, um sich einmieten zu können: Er erbat bei Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny eine Anhebung der Basisdotierung. Aber Mailath wartet ab. Denn das Künstlerhaus ist ein ungelöster Sanierungsfall: Der Stadtrat versprach, ein Drittel der Kosten zu tragen, wenn der Bund mitziehe. Kunststaatssekretär Franz Morak war aber bisher zu keinem Entgegenkommen bereit. Und wenn das Wien Museum einzöge, wäre jede Hoffnung auf Geld des Bundes, glaubt man, hinfällig.

Dem von Finanznöten geplagten Künstlerverein läuft aber die Zeit davon. "Eine Entscheidung muss bald fallen", sagt Peter Bogner. "Wir können nicht länger warten." (DER STANDARD, Printausgabe, 26./27.02.2005)

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