Papst auf dem Weg der Besserung

26. Februar 2005, 23:09
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Ruhige Nacht verlebt - Heiliger Vater kann nach Luftröhrenschnitt vorerst nicht sprechen: Ärzte verordnen dem Pontifex Ruhe

Nach seiner kurzen Operation am Donnerstagabend hat der Papst eine ruhige Nacht verbracht. Im ersten ärztlichen Bulletin nach seiner Einlieferung ins römische Gemelli- Krankenhaus bezeichneten die Ärzte seinen Gesundheitszustand am Freitag als "zufrieden stellend". Nach einem Luftröhrenschnitt könne das Kirchenoberhaupt wieder normal atmen. Bis zur Entfernung der in die Luftröhre eingeführten Kanüle werde der Papst aber nicht sprechen können.

Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls erklärte, Johannes Paul II habe am Morgen normal gefrühstückt und sei guter Dinge. Er habe Milchkaffee, Yoghurt und Kekse zu sich genommen. Ob sich der Papst am Sonntag den vor der Klinik betenden Gläubigen zeigen werde, soll erst am Wochenende entschieden werden. Es bestehe keine Notwendigkeit, vor Montag ein weiteres ärztliches Bulletin zu publizieren, versicherte Navarro-Valls.

Der italienische Staatssekretär Gianni Letta hatte Johannes Paul II. Donnerstagabend in seinem Zimmer im zehnten Stock des Krankenhauses besucht. Dabei habe der Papst einen guten Eindruck gemacht und mit den Ärzten gescherzt. Am Freitag traf der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Camillo als erster Besucher im Krankenhaus ein, das von Journalisten und Kamerateams aus der ganzen Welt belagert wird.

Wie lange der Papst diesmal im Krankenhaus bleiben muss, ist nicht absehbar. Aus der Gemelli-Klinik verlautete am Freitag, Johannes Paul II sei vor zehn Tagen "gegen den Rat der Ärzte früher als opportun in den Vatikan zurückgekehrt". Die Ärzte hätte ihm auch abgeraten, sich von seinem Krankenzimmer aus an die Gläubigen zu wenden. Der Papst benötige absolute Ruhe.

Stellvertreter Sodano Im Vatikan wird befürchtet, dass der neue Rückfall die bereits stark reduzierte Arbeitsfähigkeit des Papstes weiter beeinträchtigen könnte. Am Donnerstag fand erstmals ein Kardinals-Konsistorium in Abwesenheit des Heiligen Vaters statt.

Es wurde vom Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano geleitet, der vorläufig die Amtsgeschäfte des Papstes übernommen hat. Wie zahlreiche Geistliche in aller Welt riefen auch Kardinal Christoph Schönborn und der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser die Gläubigen zum "Gebet für den Heiligen Vater" auf.

Papst verlebte ruhige Nacht

Papst Johannes Paul II. hat nach seiner Luftröhrenoperation eine ruhige zweite Nacht im Krankenhaus verlebt. Das berichtete das staatliche italienische Fernsehen am Samstagmorgen. Es herrsche Zuversicht, dass sich bei der Genesung des 84-Jährigen keine Komplikationen einstellen. Gläubige Medizinstudenten hätten eine Gebetswache in der römischen Gemelli-Klinik gehalten.

Der Heilige Stuhl hatte zuvor mitgeteilt, dass an diesem Samstag darüber entschieden werden soll, ob sich der Patient am morgigen Sonntag zum traditionellen Angelus-Gebet den Gläubigen zeigen soll. Bei seinem Klinikaufenthalt Anfang Februar hatte das katholische Kirchenoberhaupt die Gläubigen vom Fenster seines Krankenzimmers gesegnet. (DER STANDARD, Printausgabe, 26./27.2.2005/APA/dpa)

Von Gerhard Mumelter aus Rom
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    Der Papst beim Angelus-Gebet am letzten Sonntag.

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