Foltervorwürfe gegen britische Soldaten: Opfer ausfindig gemacht

28. Februar 2005, 08:03
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Iraker erkennen sich auf Fotos wieder - Urteil soll demnächst verkündet werden

London - Kurz vor Verkündung des Urteils gegen drei Briten wegen der Misshandlung irakischer Gefangener haben britische Medien nach eigenen Angaben die Opfer ausfindig gemacht. Die Zeitungen "Independent" und "Daily Mail" berichteten am Freitag, ihre Reporter im südlichen Irak hätten fünf Männer getroffen, die sich auf den Fotos der Gedemütigten selbst wiedererkannt hätten. Sie hätten schwere Vorwürfe gegen die vor einem britischen Militärgericht in Osnabrück angeklagten Gefreiten erhoben.

Das Gericht wollte im Laufe des Freitags die Urteile gegen die drei Soldaten verkünden, die am Mittwoch von den Geschworenen der Misshandlung von Gefangenen für schuldig befunden worden waren. Die etwaigen Opfer wurden im Prozess nicht identifiziert.

Militärpolizei fand keine Zeugen

Sie traten auch nicht als Zeugen auf, da die britische Militärpolizei sie nach eigener Darstellung nicht ausfindig machen konnte. Dagegen schrieben die Zeitungen, sie hätten die Betroffenen ohne große Mühe gefunden.

Das Verteidigungsministerium in London erklärte, man werde die Angaben der Zeitungen überprüfen. Premierminister Tony Blair wiederholte seine frühere Aussage, dass die Angeklagten eine verschwindend kleine Minderheit unter den britischen Soldaten darstellten. Die überwiegende Mehrheit habe sich im Irak stets ehrenwert verhalten. (APA/AP)

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