Irland: Sinn Fein verliert wegen IRA-Verbindung an Wählergunst

26. Februar 2005, 15:16
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Dramatischer Beliebtheitsverlust von Parteichef Adams

Dublin - Der größte Bankraub aller Zeiten in Nordirland hat auch in der Republik Irland politische Folgen. Nach einer am Freitag veröffentlichten Umfrage hat die Sinn-Fein-Partei, die der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) nahe steht, in der Wählergunst an Boden verloren. Parteichef Gerry Adams' Beliebtheit fiel gegenüber November sogar um 20 Prozentpunkte auf 31 Prozent. Die IRA wird für den Raub vom 20. Dezember verantwortlich gemacht, bei dem in Belfast 26,5 Millionen Pfund (38,2 Mio. Euro) erbeutet wurden.

Desillusionierung mit der IRA

Für die Erhebung im Auftrag der Zeitung "Irish Independent" wurden 1.098 Iren befragt. Beobachtern zufolge zeigt das Ergebnis eine zunehmende Desillusionierung mit der IRA, die den Friedensprozess für die britische Provinz Nordirland nach allgemeinem Dafürhalten seit Jahren blockiert. Adams wurde auch angekreidet, dass er nach der Ermordung eines Katholiken Ende Jänner in Belfast die Zusammenarbeit mit der Polizei verweigerte. Das Messerattentat soll ebenfalls auf das Konto der IRA gehen.

Der Absturz von Adams in der Wählergunst markiert den größten Beliebtheitsverlust, der in irischen Meinungsumfragen jemals registriert wurde. Die Partei selbst verlor dagegen nur einen Prozentpunkt und fiel damit von zehn auf neun Prozent. (APA/AP)

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    Sinn-Fein-Präsident Gerry Adams sieht sich rapide schwindender Popularität gegenüber.

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