Ungarn gedenkt der Opfer des Kommunismus

26. Februar 2005, 15:16
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Premier Gyurcsany: Alle Opfer sind gleich

Budapest - Ungarn müsse sich sowohl mit dem Holocaust als auch mit dem Kommunismus konfrontieren, erklärte der ungarische Premier Ferenc Gyurcsany am Freitag anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Kommunismus. Dabei dürfe "zwischen Opfern und Opfern kein Unterschied gemacht werden". Wie die Ungarische Nachrichtenagentur MTI weiter zitiert, sei die "heute lebende Generation nicht verantwortlich für die Sünden der Vergangenheit". Dennoch "haben wir die Pflicht, uns zu erinnern und daran zu erinnern", erklärte der Premier, der vor der Gedenktafel am Budapester "Haus des Terrors" sein Haupt vor den Opfern des Kommunismus verneigte.

Der ungarische Staatspräsident Ferenc Madl eröffenet im "Haus des Terrors" eine Ausstellung, die an jene ungarischen Bürger erinnern soll, die zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt wurden.

Gedenken in ganz Ungarn

In ganz Ungarn wurde der Opfer des Kommunismus gedacht. Auf der Gedenkveranstaltung der Stiftung Gedenken an die Opfer des Gulag in Budapest erinnerte Peter Karsai daran: Die Welt wolle sich nicht unbedingt an die Gräueltaten des Kommunismus erinnern". Fünfzehn Jahre nach der politischen Wende sei "dieser Tag noch immer ein umstrittener Tag". Es fehle bis heute der "nationale Konsens" hinsichtlich der Beurteilung der Verbrechen der Kommunisten. Staatspräsident Ferenc Madl, der die Vertreter der Stiftung empfing, betonte: Die ungarische Gesellschaft schuldet den Opfern des Gulag sehr viel, hätte sehr wenig unternommen, um ihre "moralische und materielle Anerkennung" zum Ausdruck zu bringen. (APA)

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