Serbien will Nachkriegs-Enteignungen registrieren

26. Februar 2005, 15:16
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Anschließend Entschädigungsgesetz geplant - Finanzminister: "Historischen Fehler" korrigieren

Belgrad - Die Belgrader Regierung will das von den Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmte Eigentum serbischer Bürger registrieren. Entsprechend einem von der Regierung vorbereiteten Gesetzesentwurf können die ehemaligen Eigentümer und ihre Nachkommen bis Ende Juni 2006 den enteigneten früheren Besitz bei den Behörden angeben. Erst danach soll laut Medienberichten auch ein Entschädigungsgesetz vorbereitet werden.

Die Regierung wolle durch ihr Vorhaben diesen "historischen Fehler" wenigstens teilweise korrigieren, wurde der serbische Finanzminister Mladjan Dinkic zitiert.

In welchem Wert Eigentum in Serbien beschlagnahmt wurde, ist unbekannt. Nach Angaben der Liga zum Schutz des Privateigentums, einer serbischen NGO, dürften für die Entschädigung einstiger Eigentümer womöglich zwischen sechs und zehn Milliarden Euro notwendig sein. (APA)

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