Mehrere Behinderte missbraucht: Drei Jahre Haft für Wiener

27. Februar 2005, 13:15
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Psychiater warnte schon vor zwölf Jahren - Täter hat Therapie abgelehnt - Tagebuch über Opfer geführt

Wien - Ein Schöffensenat verhängte über den 35-jährigen Wolfgang A. drei Jahre unbedingte Haft: Er hatte mehrere geistig behinderte Frauen missbraucht.

Seine Opfer suchte Wolfgang A. im Otto-Wagner-Spital in Wien-Penzing. Aufgeflogen war der Fall Mitte Dezember 2003, nachdem eine Patientin des Pavillon zehn tagelang abgängig gewesen war. Bei ihrer Rückkehr erwähnte sie einen Wolfgang und was dieser mit ihr am Wochenende gemacht habe. Das Spital erstattete sofort Anzeige.

Tagebuchaufzeichnungen der Opfer

Im Zuge weiterer Erhebungen konnten immer mehr Opfer und schließlich auch der einschlägig vorbestrafte Täter ausgeforscht werden. Von elf missbrauchten Frauen war bei seiner Festnahme die Rede, die Wolfgang A. zum Teil in sein Häuschen im Weinviertel mitgenommen hatte. Dort fanden die Kriminalisten auch ein Tagebuch, in dem der Mann die Vornamen der Opfer und die Dauer der Treffen notiert hatte.

Angeklagt wurden letztlich nur zwei Fälle, in denen die Beweislage eindeutig war. "Die geistige Verfassung der anderen Frauen hat es sehr schwierig gemacht, mit der für ein Strafverfahren nötigen Sicherheit einen Schuldnachweis zu erbringen", erläuterte die zuständige Staatsanwältin.

Behandlung lehnte er ab

Schon vor zwölf Jahren, als Wolfgang A. wegen Vergewaltigung vor Gericht stand, warnte der Gerichtspsychiater Heinrich Pfolz vor der Gefährlichkeit des Mannes. Eindringlich empfahl er eine Therapie im Falle eines Schuldspruchs. Nach der Verurteilung lehnte A. eine Behandlung lehnte er allerdings entschieden ab. In weiterer Folge wurde er noch zwei Mal als Sittlichkeitsverbrecher verurteilt.

Wolfgang A. soll die Haftstrafe in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verbüßen. Sollte er nach seiner Strafe nicht als geheilt angesehen werden, wird die Maßnahme verlängert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wolfgang A. erbat Bedenkzeit.

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