Wie die Resistenz von Krebszellen gegen Arzneimittel abgebaut werden soll

25. Februar 2005, 14:04
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Wiener Wissenschafterteam entwickelte Computermodell zur Hilfe

Wien - Seit vielen Jahren wird nach Möglichkeiten gesucht, die Resistenz von Krebszellen oder auch Keimen gegen Arzneimittel zu überwinden. Dabei spielen "Pumpen" eine wichtige Rolle, welche die Wirksubstanzen aus den Zellen transportieren und damit in ihrem Effekt einschränken. Ein Wissenschafterteam unter Dr. Karin Pleban von der Universität Wien entwickelte jetzt ein Computermodell des P-Glykoprotein, das hier bei Krebs eine wichtige Rolle spielt.

Resistenzen auf Arzneistoffe stellen zunehmend ein Problem in der Behandlung von Tumoren und Infektionskrankheiten dar. Eine der Ursachen dafür ist die vermehrte Produktion von Transportproteinen - wie z.B. P-Glykoprotein -, die in die Zellmembran von Tumorzellen und Bakterien eingelagert werden und die Arzneistoffe aus den Zellen pumpen, bevor diese ihre Wirkung entfalten können, hieß es am Freitag in einer Aussendung.

Computermodell erstellt

Da diese Pumpen sehr unspezifisch in ihrer Erkennung sind und damit eine Vielzahl der gängigen Antibiotika und Tumortherapeutika transportieren, führt ihre übermäßige Bildung zum Auftreten von Multiresistenzen. Ein vielversprechender Ansatz zur Überwindung dieser Multiresistenz besteht in der Entwicklung von Substanzen, die in der Lage sind, diese Arzneistoffpumpen zu blockieren. Wiener Wissenschafter haben schon vor vielen Jahren versucht, das Blutdruck-senkende Mittel Verapamil hier anzuwenden. Bisher gibt es keine wirklich passenden Arzneimittel zur Behebung solcher Resistenzen.

Auf der Basis mehrjähriger Forschungsarbeit von vier Wiener WissenschaftlerInnengruppen erstellte Dr. Karin Pleban von der Abteilung für Medizinische/Pharmazeutische Chemie der Universität Wien ein dreidimensionales Computermodell des Transportproteins P-Glykoprotein. Es könnte eine wertvolle Grundlage für die gezielte Entwicklung neuer Hemmstoffe von Arzneistoffpumpen dar. Das Projekt wurde vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanzierten Projekts. (APA)

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